Rise Of Kronos - Slaves of Time
Band: Rise Of Kronos (D)
Genre: Death Metal
Label:
Self-Release
Album Titel: Slaves of Time
Spielzeit: 47:12
VÖ:
17.04.2026
Dieser Tage veröffentlichen die Olympic-Deather von Rise of Kronos ihr neuestes Werk "Slaves Of Time". Inhaltlich beschäftigt sich das
Album pauschal gesehen mit dem Lauf der Zeit, genauer gesagt damit, wie diese uns zu ihren "Sklaven" macht. Es geht um Vergänglichkeit
und Sterblichkeit, sowie den Kampf mit und gegen die Zeit. Um bei der mythologischen Seite zu bleiben: Es geht dabei nicht nur um Kräfte,
die sich irgendwie erklären lassen, sondern auch um "unerklärliche", mystische Kräfte, welche sich dir nur durch entsprechenden Glauben
erschließen. Besonders gespannt war ich, wie das Ganze Vocal-technisch rüberkommt, nachdem Bassist Tim nicht mehr an Bord ist und daher auch
seine Vocals fehlen. Schon mal vorab: Es wird am Ende ein persönliches Empfinden eines jeden Hörers sein, wie wichtig diese Vocals für ihn
sind/waren.
Wie schon die letzten Werke, beginnt auch "Slaves Of Time" mit einem Intro. "Heresy" kommt dabei bedrohlich, mit Schwertklirren, Monster-Knurren
und Grummeln daher, als würden die Orks bei Herr der Ringe aus ihren Höhlen kriechen. Flüsternde Vocals sorgen dabei für eine mystische Atmosphäre,
bevor ein Brüller und Pferdewiehern das Ganze beenden.
Schon gleich beim Opener "Conception Of Humanity" wird dir dann der Rise Of Kronos Death Metal, in seiner unnachahmlichen Art entgegengeschleudert.
Hier reihen sich direkt die Trademarks der Band aneinander: kraftvolles Death Metal Riffing, welches im Zusammenspiel mit präzisem Drumming das
Grundgerüst der Songs bildet. Der Bass (welcher nun in Toms Händen liegt) pumpt zusätzlich Energie in den Sound und die tiefen Growls von Tom
pressen dir die Lyrics durch die Boxen, dass diese dich allein schon erdrücken könnten, wenn du nicht genug Gegendruck erzeugen kannst.
Großartiger Einstieg!
Trotz der großen Durchschlagskraft, der Aggressivität und des mächtigen Sounds der Platte, wissen die Jungs aber auch mit hochmelodischen Parts
und einer gewissen Progressivität zu punkten und deutliche Akzente zu setzen. Auch Breaks und immer wieder auftauchende "Pinches" sorgen für
Abwechslung und zeigen, wie detailverliebt man beim Songwriting vorgeht. Dieses ist noch ausgefeilter geworden und prädestiniert die Scheibe
geradezu für mehrmaliges Hören am Stück. Wenn du nämlich genau hinhörst, wirst du mehrere Durchläufe benötigen, um alles zu entdecken. Hier
ist hin- und nicht nur zuhören angesagt. Die großartigen Soli wie in "Slaves Of Time" oder "The Liberation", den Groove und die variablen
Vocals in "Lit The Sky", den treibenden, stampfigen und leicht "schlamigen" Sound in "Black Breath" oder auch die markante Melodielinie in
"Into The Ashes", wirst du schnell erkennen. Genauso die immer wieder eingestreuten Dissonanzen. Für viele andere Feinheiten, sollte man aber
genauer hinhören. Denn diese sind manchmal genau das "Salz in der Suppe", was den "Geschmack" bekanntlich erst ausmacht.
Der mit bedrohlich-atmosphärischem Intro startende und dann durch die Anlage rasende "Poisen Of The Gods" pumpt dir im hinteren Teil der
Platte wahrlich das Gift der Götter in die Adern. Das ist purer Death Metal, welcher im hinteren Teil auch wieder mit einem kurzen Soli
aufgelockert wird. Die Wucht, die diese Nummer erzeugt, ist unglaublich.
Die Produktion ist nahezu perfekt gelungen, auch wenn die Vocals gelegentlich etwas präsenter hätten sein dürfen. Alles kommt energiegeladen
und vor Kraft strotzend durch die Boxen, lässt aber trotz des mächtigen, aggressiven und wuchtigen Sounds alle Details erkennen. Dies wird
nicht jedem beim ersten Durchlauf gelingen, aber mit jedem weiteren Durchlauf wird die Begeisterung für dieses Album steigen.
Fazit:
"Slaves Of Time" ist mehr als nur ein weiteres Rise Of Kronos Album. Die stete Weiterentwicklung ihres Olympic Death Metal,
kommt hier deutlich zum Tragen, was sich im detailreichsten Songwriting widerspiegelt, das die Hamburg bisher in die Rille gepresst haben.
Handwerklich großartig gespielt, wird hier abwechslungsreicher Death Metal regelrecht zelebriert, anstatt einfach nur rausgeballert. Das
Zusammenspiel von Dissonanzen, Melodie, kernigen, treibenden Riffs, einem pumpenden Bass und dem punktgenauen Drumming wird hier in Reinkultur
zum Besten gegeben und bringt dir sogar die Harmonie des Bandgefüges ins heimische Wohnzimmer. Um es mit Kiss zu sagen: "You Want The Best? –
You Got The Best"!!!
Punkte: 9,5/10
Anspieltipp: alles
01. Heresy (Intro)
02. Conception Of Humanity
03. Escalate The Rot
04. Slaves Of Time
05. Custodians Of Reality
06. Lit The Sky
07. Black Breath
08. Into The Ashes
09. Poison Of The Gods
10. Chords Of Dismemberment
11. The Liberation
12. Phantom Eternity
Tom - Vocals, Bass
Jhonnie - Guitars
Henne - Guitars
Marco - Drums
- Download Review in deutsch
- Bandcamp
Autor: Thomas







