Antrisch - Expedition III: Renitenzpfad Marañones

Band: Antrisch (A/D)
Genre: Black Metal
Label: AOP Records
Album Titel: Expedition III: Renitenzpfad Marañones
Spielzeit: 47:47
VÖ: 27.03.2026

Antrisch - Expedition III: Renitenzpfad Marañones

Gegründet 2020, haben Antrisch (österreichisch/bayrisch für unheimlich oder gespenstisch), schon mit ihren beiden Veröffentlichungen "Expedition I : Dissonanzgrat" (2021) und "Expedition II: Die Passage" (2023) bewiesen, welches Gespür sie für atmosphärischen, emotionalen und mächtigen Black Metal haben.
Das Thema ihrer letzten Scheibe, die Expediton von Sir John Franklin's Expedition, die Nordwest-Passage zu erkunden, wurde schon von vielen Künstlern vertont. So passend und intensiv, wie es aber Antrisch vermochte, habe ich das noch nie gehört.
Auf dem neuen Album „Expedition III: Renitenzpfad Marañones“ wird nun Pedro de Ursúas Amazonas-Expedition aus dem Jahr 1560, auf der Suche nach dem sagenumwobenen Goldland Eldorado hergenommen und mehr oder weniger aus Sicht des Konquistadors Lope de Aguirre erzählt. Die Älteren unter Euch werden sich sicher an den Werner Herzog-Film "Aguirre - Der Zorn Gottes" erinnern, welcher dieses Thema mit Klaus Kinski verfilmte.

Genau wie schon auf den letzten Alben, verbinden Antrisch in ihrer unnachamlichen Art atmosphärischen, brachialen Black Metal mit postmetalischen und ambienten Zügen. Das Wechselspiel zwischen tiefschwarzem Riffing, Blastbeats und Vocals, welche voller Emotionen immer wieder die entsprechende Stimmung in Szene setzen, mit in erzählform dargebotenen "spoken Words", erzeut mächtige Klanglangschaften. Selbst in den ruhigen Parts, wenn eine bedrückende Atmosphäre und die gesprochenen Worte zu venehmen sind, hat das Ganze eine unglaubliche Dichte.

Durch die Vocals wird in den Stücken jede erdenkliche Emotion in Szene gesetzt. Sei es Hoffnung, Tristess, Verzweiflung oder auch Wahnsinn; wenn man in die Geschichte eintaucht, kann man den Verlauf der Expedition, vom Beginn, über die Unwegsamkeiten, den Strapazen, den internen Kampf bis hin zum Scheitern und bitteren Ende des Ganzen, mit dem inneren Auge mitverfolgen. Die Tragik in der Story erfüllt durch die Musik praktisch den ganzen Raum.
Die immer wieder in den Melodiebögen auftauchenden flirrenden Gitarren erzeugen zudem nicht selten Gänsehaut-Momente. Auch setzen Akustikgitarren in spanischem Gewand Akzente, welche genau wie Soli und Breaks für zusätliche Abwechslung sorgen. Die Story, in 7 Kapitel, respektive Songs, unterteilt, dauert knapp 48 Minuten und sollte natürlich unbedingt am Stück gehört werden. Nicht nur, weil es ein Konzeptalbum ist, sondern auch weil das Album so stimmig daherkommt, dass jede Pause beim Hören die Spannung, welche von Beginn an aufgebaut und bis zum Ende gehalten wird, zunichte machen würde.

Dass das alles so gut funktioniert, liegt nicht zuletzt an der super Produktion, welches das Album einfach perfekt in Szene setzt. Nicht blankpoliert, aber auch nicht zu rau, betont sie genau wie die Musik selbst das Thema der Scheibe hervorragend.

Fazit:
Zur Zeit kann wohl niemand Stories wie diese besser im "metallischen Universum" vertonen als Antrisch dies tun. Die Kombination aus Aggression, Atmosphäre und Ambiente wird bei der Vertonung dieser "Expedition" mit Blackmetallischer Urgewalt und zugleich mit einer erzählerischen Dichte präsentiert, welche den Hörer von Anfang bis Ende mit viel Spannung und Emotion in ihren Bann zieht.
Wenn dieses Album für den Herzog-Film geschrieben worden wäre, wäre dieser komplett ohne Text für die Protagonisten ausgekommen, denn besser als mit diesen sieben Stücken des Albums, können die Bilder des Films gar nicht in Szene gesetzt werden. "Expedition III: Renitenzpfad Marañones" gehört in jede gut sortierte Metal-Sammlung!

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist

01. Conquista - Prolog
02. Hidalgo Infernal - Der Baskische Wolf
03. Nattern & Narren - Los Marañones I
04. Bittergrün - Los Marañones II
05. Abkehr - Non Svfficit Orbis
06. Verschanzt - Perleneilandterror
07. Canis Lvpvm Edit - Wolfsfalle | Verratener Verräter

Lineup

Maurice Wilson - Vocals
Robert Falcon Scott - Guitars
Alexander Gordon Laing - Guitars
Отто Шмидт - Bass
Noel Ewart Odell - Drums

Informationen