Lion's Share - Inferno
Band: Lion's Share (N)
Genre: Heavy / Power Metal
Label: Metalville
Album Titel: Inferno
Spielzeit: 42:17
VÖ:
27.03.2026
Bevor ich meine Meinung zum inzwischen siebten Studioalbum der Schweden Lion's Share sage, eine kurze Einleitung.
Seit mehr als 40 Jahren liebe und sammle ich nun Metal- und Rockmusik, und dennoch verpasst man immer wieder so einiges. So fiel mir vor gut 20 Jahren
per "Verdachtskauf" das selbst betitelte Debüt von Lion's Share in die Hände, wurde für solide befunden und verschwand im Regal. Seither habe ich nicht
einen weiteren Song der Band gehört oder ihre Entwicklung weiterverfolgt. Jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert später, dachte ich mir dann: Es mag
überhastet sein für einen aus der Generation X, aber ich hör’ dann doch mal wieder rein. Immerhin muss man ja mit dem schnelllebigen Zeitgeist gehen.
Die erste Überraschung traf mich dann direkt beim knackigen Opener "Pentagram" in Form der ersten Strophe. "Hö? Da läuft doch Astral Doors?!" stammelte ich,
verrosteter Metalhead, vor mich hin. Es ist schon unangenehm, nicht zu wissen, dass Nils Patrik Johansson seit inzwischen fast 20 Jahren auch bei Lion's
Share am Mikro steht. Okay, seit 16 Jahren kam jetzt allerdings auch kein neues Album. Das zu meiner Verteidigung.
Allerdings hat sich auch musikalisch einiges verändert. War in meiner Erinnerung das Debüt eher dezent progressiv angehauchter Melodic Metal, irgendwo
zwischen Royal Hunt und Tad Morose, so klingt hier alles nach den erwähnten Astral Doors mit starker Dio-Schlagseite. Vor allem eine Nummer wie
"We Will Rock", welche wie ein "We Rock"-Dio-Klon klingt, und ein Stampfer wie "Lion's Trial" hätte auch Ronnie James selbst keinen Deut anders intoniert.
Alles klingt dann auch satt und knackig. Das Riffing hält sich herrlich traditionell und oftmals pendelt das Songtempo der Rhythmussektion gekonnt zwischen
rockigen Dampfhämmern und wuchtigen Midtempo-Hymnen im traditionellen Heavy Metal-Stil wie im schön melodischen Song "We Are What We Are". Das Gitarrenspiel
in der Soloabteilung ist auch immer sehr melodisch, auch wenn es mal schneller zu Werke geht. Warum man dann aber im erwähnten "Lion's Trial" mitten im
schön gespielten zweiten Solo einfach den Song ausblendet und das Stück somit beendet, werde ich wohl nie verstehen.
Hier klingt aber natürlich nicht alles nach einem stumpfen Dio-Klon. So erinnern Stücke wie das rockige "Live Forever" eher an aktuellere Saxon und mit dem
fetzigen "Chain Child" klingt man instrumental wie frühere U.D.O.. Mit einem Titel wie "Run For Your Life" hat man dann als überraschenden Album-Closer eine
reinrassige Doom Metal-Hymne gewählt, die alten Black Sabbath Nummern in nichts nachsteht.
Fazit:
Das neue Album von Lion's Share bietet ein recht eingängiges und memorables Stück klassischen Heavy Metals an, das Fans der genannten Bands gut reinlaufen
wird. Die Nähe zum Vorbild Dio ist teilweise zwar etwas arg offensichtlich, aber jeder kann für sich selbst entscheiden, ob dies positiv oder negativ zu
werten ist. Mir gefiel es gut und es machte durch die Bank Spaß, vor allem da es keinen wirklichen Ausfall zu verzeichnen gab. Somit ein gutes Comeback nach
vielen Jahren Abstinenz und ein sehr gelungen geschmiedetes Stück schweren Metalls.
Punkte: 8/10
Anspieltipp: We Are What We Are, Lion's Trial, Chain Child
01. Pentagram
02. We Are What We Are
03. We Will Rock
04. The Lion's Trial
05. Baptized In Blood
06. Live Forever
07. Chain Child
08. Another Desire
09. Run For Your Life
Nils Patrik Johansson - Vocals
Lars Chris - Guitars
Andy Loos - Bass
Kay Backlund - Keyboards
Fredrik Johansson - Drums
- Download Review in deutsch
- Homepage
Autor: Slaine







