Tulus - Morbid Desires
Band: Tulus (N)
Genre: Black Metal
Label: Darkness Shall Rise Production
Album Titel: Morbid Desires
Spielzeit: 37:28
VÖ:
27.03.2026
Die Osloer Tulus, gegründet 1991, zählen zu den Urgesteinern der norwegischen Black Metal-Szene. Auch wenn sie nicht den "großen" Namen haben, wie andere
ihrer Landsleute, so sind sie bis auf eine Pause zwischen 2000 und 2006 immer aktiv gewesen und im Untergrund eine feste Größe. Sarke (Drums) und Blodstrup
(Gesang und Gitarre) sind auch schon seit ’93 fester Bestandteil der Band und sind oder waren in anderen Bands wie Khold, Endless oder Old Man’s Child (live)
aktiv.
Auch auf ihrem achten Album "Morbid Desires" gibt es alle Trademarks Tulus’ zu vernehmen. Hochmelodische, aber immer Dunkelheit verströmende Riffs in
Verbindung mit gesungenen, kehligen Black Metal Vocals bilden das Grundgerüst der Songs, was ein sehr stimmiges und eingängiges Klangbild erzeugt. Der
Bass ist hervorragend integriert, sorgt für zusätzliche Tiefe in den Nummern und das präzise Drumming sorgt nicht nur für ordentlich Vortrieb, sondern
auch immer wieder für einen stampfenden Groove.
Das Album startet mit "Salme II", welches mit einem sphärischen Sample eingeleitet wird. Zu diesem gesellt sich eine "flirrende" Gitarre, bevor sich die
Nummer mit schnellen Drums, sägenden Riffs und blackmetallischem, düsterem Gesang zu einem Song mit atmospärischer Note entwickelt. Diese Note wird durch
den Chor in der Nummer noch deutlicher. Hier gibt es auch mal eine Akustikgitarre im spanischen Gewand zu vernehmen, was für einen "Farbklecks" in der
"Dunkelheit" sorgt. Solche Einsprengsel gibt es immer wieder in den Stücken. Mal eine orientalisch angehauchte Gitarre, mal ein Piano oder auch mal ein
monotones, aufsteigendes Riff, das ein progressives Moment erzeugt.
Neben Tempowechseln sorgen auch Breaks und Soli für Abwechslung. Im Albumabschluss "Sabbat" gibt es sogar eine Mundharmonika zu hören, was das Ganze noch
zusätzlich auflockert und für einen kleinen Aha-Moment sorgt. Auch ein ruhiger Gitarren-Part setzt hier einen Extra-Akzent. Dieses Stück ist mit 8 1/2 Minuten
das längste auf der Platte, hat ein schweres, doomiges Grundgerüst und zeigt noch mal eindrucksvoll, was Tulus für variable, abwechslungsreiche Musik
komponieren kann. Die bereits erwähnte Mundharmonika spült dabei einen Hauch "Springsteen" in die Nummer.
Auch wenn durch die Soli, welche oft im Heavy Metal-Gewand dargeboten werden, ein wenig "Licht" durch die Dunkelheit dringt, so nimmt dies dem Album nicht
seine teilweise "beklemmende" Stimmung. Dies liegt nicht zuletzt auch an der Produktion, welche dem Album einen erdigen, authentischen Klang verleiht.
Fazit:
Tulus bleiben auch 35 Jahre nach Gründung ihrer Linie treu und liefern auf dem neuen Album, mit abwechslungsreichen Kompositionen, eingängigen Black Metal.
Dieser ist weder in den 90ern stecken geblieben, noch biedert er sich der Moderne an. Die Norweger vermögen es auch ohne riesiges Aggressionslevel und wilder
Raserei, tiefschwarzen Metal zu komponieren, in welchem auch Elemente aus anderen Stilrichtungen ihren Platz finden. "Morbid Desires" ist ein zeitloses Stück
Black Metal, das man immer wieder auflegen kann, ohne dass es einem über wird. Und das wahrscheinlich auch noch in 20 Jahren.
Punkte: 8/10
Anspieltipp: Salme II, Kistesmed, Sabbat
01. Salme II
02. Skabb
03. Tulus
04. Kistesmed
05. Vanvidd
06. Hedengangen
07. Fossegrimens Vakt
08. Skauånd
09. Sabbat
Blodstrup - Vocals, Guitars
Crowbel - Bass
Sarke - Drums
- Download Review in deutsch
Autor: Thomas







