Decipher - ΘΕΛΗΜΑ (Thelema)
Band: Decipher (GR)
Genre: Black Metal
Label: Transcending Obscurity Records
Album Titel: ΘΕΛΗΜΑ (Thelema)
Spielzeit: 42:57
VÖ:
20.03.2026
Die griechischen Blackies von Decipher kommen dieser Tage mit Album Nummer zwei um die Ecke. Nachdem ich bereits das großartige Debüt "Arcane Paths To
Resurrection" besprechen durfte, war ich besonders gespannt, was der Nachfolger zu bieten hat. "ΘΕΛΗΜΑ" oder "Thelema" (zu Deutsch, Wille, Gebot oder
auch Verlangen) nennt sich das zweite Langeisen und beschäftigt sich mit Tod, Heilung und Wiedergeburt. Das Thema der Scheibe scheint hier an den
Thelema-Begriff von Aleister Crowley angelehnt, was eine logische Fortsetzung des Debüts wäre.
Wie dem auch sei, musikalisch setzt die auf ein Trio geschrumpfte Band ihren Weg jedenfalls konsequent fort. Der Opener "Return to Naught" weiß direkt
alle Merkmale der Band auf. Old-School-Riffs in Verbindung mit etwas moderneren, flirrenden Gitarren und scheppernden Drums, schreddern und treiben das
Stück voran. Über allem schwebt immer eine düstere Atmosphäre und auch in puncto Monotonie setzt man Akzente. Der immer wieder auftretende eingängige
Touch ist dabei einer gewissen Melodik zu schulden, welche auch schon auf dem Debüt zu vernehmen war. Hier zeigt sich eindrucksvoll, wie man es schaffen
kann, mit nur wenigen melodischen Nuancen, Eingängigkeit zu erzeugen, ohne dabei die dunkle Ausrichtung und die Wucht der Musik aus den Augen zu
verlieren. Auch vokaltechnisch betont Kostas G. mit seiner dunklen Stimme diese Seite der Scheibe hervorragend.
"The Black March" bringt dies alles noch deutlicher zum Tragen und intensiviert das Hörerlebnis abermals. Hier kommt auch das Spiel mit dem Tempo
deutlicher zum Vorschein, was dann in "Seven Scars" auch schon mal in eine "doomige" Schwere fällt. In dem Stück gibt es auch Momente, in denen die
Vocals eine beschwörende Note erhalten.
Die immer wieder auftauchenden Soli in den Songs sorgen ebenfalls für zusätzliche Akzente. Da beweisen die Griechen, dass man nicht immer verspielte,
ausufernde Soli einbauen muss, um für Aha-Momente zu sorgen. Manchmal sind es gerade die kurzen, vermeintlich unscheinbaren Dinge, die für "Aufsehen"
sorgen. Dass sie aber auch anders können, beweist das Solo in "Bound To The Wheel", selbst wenn auch dieses nicht ausufernd ist.
Das albumabschließende "Litany" kommt dann mit einer beschwörenden Note daher, hat eine bedrohliche Atmosphäre und setzt mit seiner klagenden Stimmung
den Titel des Songs bestens in Szene. Hier wird Satan auch mal explizit erwähnt.
Die Produktion auf dem Album ist dieses Mal etwas rauer als auf dem Debüt, was trotz des etwas "helleren" Sounds für mehr Authentizität sorgt. Genau
wie auch auf dem Vorgänger verleiht sie der Musik einen wuchtigen und dynamischen Klang, wodurch beide Seiten, sowohl die Old-School- als auch die
moderne Seite, zur Geltung kommen.
Fazit:
Mit "Thelema" haben Decipher ihrem Debüt einen würdigen Nachfolger erschaffen, der die musikalische Ausrichtung konsequent weiterführt. Das Songwriting
ist nochmals um einige Nuancen verfeinert worden und produktionstechnisch wirkt man, durch die etwas rauere Ausrichtung noch authentischer als auf dem
Vorgänger. Am Ende des Tages strahlt das Album aber einfach die Essenz der Band aus, zeitlosen Black Metal zu erschaffen, der eine schwarze Seele hat,
ohne Schnickschnack auskommt und in jede Sammlung passt.
Punkte: 9/10
Anspieltipp: alles
01. Return To Naught
02. The Black March
03. Seven Scars
04. Bound To The Wheel
05. Hail Death
06. Towards Renaissance
07. Litany
Kostas Gerochristos - Vocals, Guitars
Kostas Ragiadakos - Bass
Nodas Chatzopoulos - Drums
- Download Review in deutsch
- Bandcamp
Autor: Thomas







