Black Lung - Forever Beyond

Band: Black Lung (USA)
Genre: Psychedelic Doom Rock
Label: Magnetic Eye Records
Album Titel: Forever Beyond
Spielzeit: 35:34
VÖ: 20.03.2026

Black Lung - Forever Beyond

Aus Baltimore kommt mir dieser Tage eine Truppe unter, die mich mit ihrem fünften Album "Forever Beyond" direkt in ihren Bann gezogen hat. Ich bin nicht gerade ein Freund von politischen Aussagen von Künstlern auf der Bühne, da das immer einen gewissen "Gutmenschen-Unterton" in sich trägt. Als ob man dem Publikum beweisen müsste, dass man nicht auf der "falschen" Seite steht. Gerade in der Metal-Szene wurde früher immer viel Wert auf "unpolitisch sein" gelegt. Was natürlich nicht bedeutet, als Individuum selbst nicht politisch zu sein.
Anders sieht es natürlich aus, wenn sich eine Band in ihren Songs entsprechend präsentiert, denn dann ist es sozusagen die Essenz ihres Schaffens. Dies trifft auf die Amis Black Lung zu, die sich in ihren Songs auch mit den politischen Umwälzungen in den USA, mit der Verlockung des Faschismus, blindem Nationalismus und der Oligarchie der Konzerne auseinandersetzen. Die bekennenden Trump-Gegner und Antifaschisten liefern auf ihrem neuen Album eine Symbiose aus psychedelischer Atmosphäre, rauem Stoner-Charme, doomiger Schwere und hochmelodischen Riffs.

Schon der Opener "Traveler" zeigt, wie man einer Nummer mit seiner Melodik eine gewisse Leichtigkeit verleiht, auf der anderen Seite aber auch eine gewisse Schwere mit trotzigem Unterton verpasst. Die Nummer holt den Hörer sofort mit ins Boot. Die anderen Stücke des Albums schließen da nahtlos an und beweisen ein ums andere Mal, das Gespür für großartiges Songwriting. Was sehr beeindruckt, ist das Zusammenspiel von hellen Melodien, rauen Riffs und einem pumpenden Bass, welcher trotz des "hellen" Klangs nicht untergeht, sondern absolut präsent ist.
Auch wenn es mal zarte "Piano-Klänge" gibt, wie in "Savior", bleibt man druckvoll. Die markante Stimme von Dave, welche die psychedelische Note hervorragend betont und immer einen anklagenden, aber auch traurigen Touch in sich trägt, ist da das i‑Tüpfelchen auf diesen und auch den anderen Songs. Wenn wie hier auch noch längere Instrumentalparts auftauchen, dann schwebt der Hörer auf diesen fast aus dem Raum. Man verliert sich regelrecht in einer Dimension außerhalb des menschlichen Verständnisses. Dann schlägt die psychedelische Seite des Albums gnadenlos zu: Sie ist rau, schwer und baut Spannung auf, kommt mit Sabbath-mäßigen Riffs daher und verbreitet gegen Ende einen sphärischen Touch. Ganz starkes Stück.

Die Truppe um Multi-Instrumentalist Dave Cavalier hat ihren Stil immer weiterentwickelt und ihrem Sound absoluten Wiedererkennungswert verpasst. Ja, es gibt so einige, die ebenfalls diese Mischung der oben genannten Stile für sich entdeckt haben, aber die Jungs aus Baltimore haben eine unnachahmliche Mischung aus den vorhandenen Zutaten erschaffen, welche sie einzigartig macht. Ihre Anklagen gegen das Establishment und die Ungerechtigkeit der Gesellschaft verströmen eine gewisse "freudige" Trotzigkeit. Die Produktion setzt das Ganze absolut passend in Szene. Wenn man das mit Schüssen auf eine Zielscheibe vergleichen möchte, dann würde man wohl sagen: "Jeder Schuss ein Treffer". Hier also: Jede Note trifft genau den Nerv des geneigten Hörers. Einzig die Kürze der Scheibe sorgt für Abzüge in der B-Note.

Fazit:
Black Lung haben mit "Forever Beyond" ein Album am Start, was die Ausnahmestellung der Band unterstreicht. Großartige Kompositionen vereinen verschiedene Stile und erschaffen Klangwelten, welche den geneigten Fan fesseln und in ihren Bann ziehen. Eine Anklage gegen das Establishment, gegen Faschismus und die Ungerechtigkeit so zugänglich zu verpacken, kann wohl niemand so gut wie Black Lung. Ein Album mit klarer Aussage und Botschaft, welche den einen oder anderen eventuell aufwachen lässt.

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: Traveler, Forever Beyond Me, Scum

Tracklist

01. Traveler
02. Death & Co.
03. Savior
04. Follow
05. Forever Beyond Me
06. Border Hoarder
07. Scum

Lineup

Dave Cavalier - Vocals, Guitars
Dave Fullerton - Guitars
Charles Braese - Bass
Elias Schutzman - Drums, Percussions, Mellotron, Synths, Bouzouki

Informationen