Paganizer - As Mankind Rots

Band: Paganizer (S)
Genre: Death Metal
Label: Xtreem Music
Album Titel: As Mankind Rots
Spielzeit: 39:22
VÖ: 05.02.2026

Paganizer - As Mankind Rots

Gegründet kurz vorm Millenium gehört Paganizer zu den umtriebigen Bands der Szene. Die Schweden um Gitarrist und Vocalist Rogga Johansson bringen es neben 13 Alben, diversen EPs, Demos, Splits und Compilationen ect.pp auf weit über 50 Veröffentlichungen, in 28 Jahren. Auch wenn Rogga (der noch in so vielen anderen Bands und Projekten am Start ist, dass man die aufzuzählen eine eigene Seite schreiben müsste) das einzige Gründungsmitglied der Band ist, so sind die anderen auch schon mindestens 10 Jahre dabei, und das hört man der neuen Scheibe auch an. Schließlich wurden schon die letzten vier Alben in dieser Besetzung eingetütet.
Album Nummer 14 nennt sich "As Mankind Rots" und wenn man sich die Titelliste anschaut, kann man sich schon ausmalen, um was sich das Thema der Platte dreht und was einen erwartet. Und da habt ihr die Scheibe noch nicht mal gehört.

Der Titelgeber startet das Album dann auch kompromisslos mit Hightspeed-Blast-Attacken am Schlagzeug, fiesen, fetten Riffs, einen pumpenden Bass und tiefen, mächtigen Death-Growls. Auch wenn das im ersten Moment den Anschein erweckt, man ballert in den nächsten 40 Minuten alles einfach in Grund und Boden, sieht man sich schnell getäuscht. So brutal das auch daherkommt, Paganizer bleiben immer variabel und spielen geschickt mit Tempo, Breaks und ja, auch Melodien. Natürlich sind letztere "nur" songdienlich und immer dezent eingebaut, sodass nichts an Brutalität verloren geht. In den melodischen Momenten bluten die Songs halt etwas harmonischer vor sich hin.

Immer wieder gibt es Extra-Akzente in den Nummern, mal sind es flirrende oder schreddernde Riffs, mal kurze, kräftige Anschläge oder auch mal, leicht in die Black Metal-Richtung schielende Vocals, die für Farbkleckse sorgen. Oder das immer wieder auftauchende und eher im Black Metal zu vernehmende, kurze "Bläh", was direkt zum nachmachen annimiert. Dabei kommen eine gewisse Montontonie und auch Death-typische Dissonanzen nicht zu kurz.
Ein Stück wie "A Testament To Madness" kommt teilweise schon mal doomig um die Ecke und stampft gegen Ende regelrecht aus den Boxen. "Afterworld" fährt mit dem Solo einen Extrapunkt ein und "Put On Your Gasmask" sorgt mit einem Maschiengewehr-artigen Drum-Part und Luftschutzsirenen für einen Aha-Moment. In "On Way To The Grave" hörst du zum Ende wie sich jemand sein Grab schaufelt und "Vanans Makt" kommt mit schreddernden und flirrenden Gitarren daher und klingt als würden Lifelover Death Metal spielen. Hier gibt es noch Gastgesang von Bulten von der schwedischen Punkband Lastkaj 14.

Dass das alles so mächtig durch die Anlage kommt, liegt nichtzuletzt an Ronnie Björnström, der auch bei anderen Projekten mit Rogga zusammenarbeitet und dieses Werk gemischt und gemastert hat. Als ich das Album das erste mal hörte, musste ich direkt an eine Aussage von Andy Brings (hat mal bei Sodom die Klampfe bedient) denken, dass er heute Metal hasst, weil er ja keine Seele mehr hätte und alles nur noch gleich und laut klingen würde. Er sollte vielleicht mal hier reinhören, da strömt ihm selbst bei dieser fetten Produktion die Seele vom Paganizer-Death entgegen.

Fazit:
"As Mankind Rots" ist nicht einfach der Titel dieses Albums, nein es verströmt dieses "Verrotten" auch aus jeder Note und in "fast" jeder Sekunde. Wenn man Musik riechen könnte, würde die ganze Bude jetzt nach faulem Fleisch stinken. Hier blutet der Death Metal regelrecht, ist brutal, finster, morbide und voll aggressivem Chaos. Dabei verliert man aber nie die Abwechslung aus den Augen und weiß mit variablem Songwriting zu überzeugen, was immer wieder für Aha-Momente und Extra-Akzente in der Musik sorgt. So bringt man Old School Death, mit samt seiner Seele, über fast 30 Jahre hinweg ins Jetzt und Hier, ohne sich von den Wurzeln wegzubewegen.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: As Mankind Rots, Put On The Gasmask, Vanans Makt

Tracklist

01. As Mankind Rots
02. Devoured
03. Aftermath Bleeder
04. Only Maggots
05. Put On Your Gasmask
06. Hollow
07. A Testament To Madness
08. Afterworld
09. The Rotting End
10. One Way To The Grave
11. Vanans Makt

Lineup

Rogga Johansson - Guitars, Vocals
Dennis Blomberg - Guitars
Martin Klasén - Bass
Matte Fiebig - Drums

Guest Musician:
Bulten - female Vocals on Vanans Makt

Informationen