Course Of Fate - Behind The Eclipse

Band: Course Of Fate (N)
Genre: Progressive Metal
Label: ROAR
Album Titel: Behind The Eclipse
Spielzeit: 45:21
VÖ: 30.01.2026

Course Of Fate - Behind The Eclipse

Bereits 2003 gegründet, erscheint das erste Langeisen der norwegischen Progressive-Metaller erst im Jahr 2020. Bis dahin gab es lediglich drei Demos und eine EP. Dass es 17 Jahre bis zu einem Longplayer benötigte, scheint aber Gründe gehabt zu haben. Denn das lange Arbeiten am Debütalbum "Mindweaver" hat sich gelohnt. Nicht grundlos hat es sehr gute Kritiken bekommen und es wurden gar Querverweise z. B. zu Queensrÿches "Operation Mindcrime" oder auch Pink Floyds "The Wall" gezogen. Nun stehen die Norweger mit ihrem dritten Album in den Startlöchern, welches "Behind The Eclipse" betitelt wurde und sich in acht Tracks dem Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit widmet. Wobei dies kein Konzeptalbum ist, sondern eher eine Aneinanderreihung von Songs, welche jeder auf seine Weise das Thema "beleuchten".

Das Album startet mit "Memories", einem einminütigen Intro aus ganz ruhigen Klängen und gesprochenen Worten. Hier wird eine Atmosphäre erzeugt, welche direkt Spannung aufbaut auf das, was folgt. Aus dem Intro geht dann auch direkt der Titelgeber "Behind The Eclipse" hervor. Hier startet man fast doomig, mit tiefen, fetten Riffs, starkem Bass und druckvollen Drums, bevor man dann einen zarten Moment einbaut und mit cleanen Vocals, einer feinen Melodie und progressiven Hooks fortfährt. Mit Breaks, Dissonanzen und Tempowechseln sorgt man immer wieder für Abwechslung, was den 10-Minuten-Song relativ kurzweilig macht. Das Solo in der zweiten Hälfte der Nummer, setzt dem Ganzen die Krone auf, und wenn der emotionale Gesang und der Chor dazukommen, nimmt dich dieser Song endgültig gefangen. Das Wechsel-, aber auch Zusammenspiel von zarten und aggressiven Parts wird hier brillant umgesetzt. Allein für dieses Stück lohnt sich das Album.

Songs wie "Sky Is Falling" oder auch "Acolyte" halten dann zusätzlich noch härtere, verzerrtere Gitarren bereit, und auch der Prog-Anteil ist hier noch mal deutlicher zu vernehmen. Diese beiden Stücke zählen wohl zu den härtesten, die die Band bisher geschrieben hat. Aber auch hier wird geschickt im Tempo variiert und mit vertrackten Parts und feinen Melodien gespielt. Im Letzteren wird dann mit Pianoklängen und Chor wieder eine feine Atmosphäre erzeugt. Ein Stück wie "Hiding from the Light" kommt teilweise wie eine Mischung aus Queensrÿche und Pink Floyd in Schnell daher und hat richtig "fiese" Metalparts in petto, welche auch schon mal mit Vocals daherkommen, wie man sie im Black Metal nutzt.

Für die ganz ruhigen Momente sorgt "Don't Close Your Eyes", eine traurig schöne Ballade mit Streichern und warmem Gesang. Dieses Stück zieht dich mit seiner sanften, zarten Atmosphäre ganz tief in seinen Bann. Wenn das Cello und der Kontrabass (glaube ich, vernommen zu haben) Atmosphäre erzeugen, könnte das den einen oder anderen auch schon mal zu einer Träne rühren. Ganz stark!
Auch wenn "Neverwhere", mit seinen teilweise opulenten Zügen, das Album würdevoll abschließt, so wäre für meinen Geschmack "Don't Close Your Eyes" doch passender als finaler Song gewesen.

Fazit:
"Behind The Eclipse" ist den Norwegern mehr als nur gelungen. Mit detaillierten, ausgeklügelten Kompositionen zieht man den Hörer in seinen Bann und nimmt ihn mit, um gemeinsam zu schauen, was wohl "hinter der Sonnenfinsternis" passiert. Dass der Fünfer dabei technisch hoch versiert zu Werke geht, ist in jeder Sekunde zu hören und lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie genau wissen, was sie tun. Das dritte Course Of Fate Album schafft einen großartigen Spagat zwischen vertrackter Progressivität, Eingängigkeit, fragilen Melodien und emotionaler Härte. Auch wenn hier wieder Verweise zu Queensrÿche oder Dream Theater gezogen werden können, haben Course Of Fate definitiv einen eigenen Charakter und schaffen es damit auch Fans abseits des Prog mit ins Boot zu holen.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: alles

Tracklist

01. Memories
02. Behind The Eclipse
03. Sky Is Falling
04. So It Goes
05. Acolyte
06. Hiding From The Light
07. Don't Close Your Eyes
08. Neverwhere

Lineup

Eivind Gunnesen - Vocals
Kenneth Henriksen - Guitars
Fredrik Jacobsen - Guitars
Torstein Haakafoss - Bass
Per-Morten Bergseth - Drums

Informationen