Obscurity - Ascheregen

Band: Obscurity (D)
Genre: Melodic Viking Black / Death Metal
Label: Trollzorn Records
Album Titel: Ascheregen
Spielzeit: 50:13
VÖ: 29.01.2026

Obscurity - Ascheregen

Die bergischen Löwen von Obscurity sind seit ihrem 2000er Debütalbum "Bergisch Land" eine feste Bank im harten, heidnischen Sektor. Das neunte Album "Ascheregen" liegt mir nun vor, welches auch wieder aus dem Hause Trollzorn Ende Januar 2026 auf die Hörerschaft losgelassen wird.

Schreihals Agalaz wechselt zwischen kehligen Growls und schwarzmetallischem Keifen. Die Axtfraktion Grimnir und Njalvar schreddert herrliches Riffing in die Lauscher und wird dabei mit einer wuchtigen Schießbude von Isarn und Vidars donnerndem Tieftöner unterstützt. Das Songwriting kann durchaus als "typisch" bezeichnet werden, da der gesamte Sound schon nach den ersten Sekunden einen absoluten Wiedererkennungswert besitzt, was die Formation von anderen Bands abhebt. Diese Beständigkeit und Verlässlichkeit sind gerade in unseren schwierigen Zeiten wichtiger denn je. Der Gesang ist komplett in Deutsch gehalten, sodass die Texte verständlich sind und nach einigen Durchläufen schnell hängen bleiben. Die Intensität der Stimmfarbe lässt das Gefühl von Frust und Wut hier besonders gut zur Geltung kommen. Durchatmen und zurücklehnen ist auf dieser Langrille zum Glück Fehlanzeige.

Der Bangerfaktor ist hier ständig auf Anschlag und dennoch kann viel Abwechslung in den Strukturen der Liedkunst bescheinigt werden. Tempowechsel, Fill-Ins oder Melodiebögen geben sich hier die Klinke in die Hand. Bei "Runar Vig" ist sogar Erik Grawsiö von Månegarm als Gastsänger aktiviert worden. Die Stücke können durchgehend überzeugen, was es schwer macht, hier Favoriten herauszupicken. Nach einigen Durchläufen haben sich aber dennoch drei Lieder für mich persönlich an die Spitze gesetzt.

Fazit:
Obscurity hauen uns allerfeinste Wutzbatzen bezüglich Text und Mucke um die Ohren. Voller Kampfeslust lärmen sie sich durch die 50 Minuten Spielzeit. Gegen die Kirche und ihre barbarische Christianisierung bis zu den abartigen Auswüchsen unserer Zeit wird das musikalische Schwert geschwungen. Ich freue mich schon, die Titel dann Ende 2026 auf dem Wodanaz Fest in Regensburg live zu hören. Die Herren schaffen es erneut, ein mächtiges Biest an melodischem Viking Black-Death Metal zu kreieren. Hier dürfen alte Verehrer ebenso ohne zu zögern zugreifen wie Neuentdecker!

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Blutgebet, Runar Vig, Dystopie und Schwanengesang

Tracklist

01. Initium Dekadentiae
02. Flammentaufe
03. Schwur
04. Blutgebet
05. Dreifaltigkeit
06. Ascheregen
07. Ketzerjagd
08. Läuterung
09. Bekehrung
10. Runenwinter
11. Rúnar Víg
12. Dystopie Und Schwanengesang

Lineup

Agalaz - Vocals
Grimnir - Guitars
Njalvar - Guitars
Vidar - Bass
Isarn - Drums

Informationen