Casket - In The Long Run We Are All Dead
Band: Casket (D)
Genre: Death Metal
Label: Neckbreaker Records
Album Titel: In The Long Run We Are All Dead
Spielzeit: 44:34
VÖ:
23.01.2026
Die Baden-Württemberger Deather Casket formierten sich bereits 1990 und erspielten sich relativ schnell einen gewissen Ruf im Untergrund,
was aufgrund des damals noch nicht vorhandenen Internets, deutlich schwieriger war als heute. Nach vier Demos zwischen ’92 und ’96 folgte
dann mit "Under The Surface" das erste Langeisen. Nach einer längeren Pause und einer Demo 2002, folgte dann erst 2008 das Zweitwerk
"Upright Decay", welches nach dem Tod von Michael Gleibs (2007, R.I.P.) nun zu dritt eingetütet wurde. Die folgenden Alben "Undead Soil"
(2013) und "Unearthed" (2017) bekamen gute Kritiken und festigten den Ruf der Band in der Szene. Jetzt erscheint Album Nummer 5, das "In
The Long Run We Are All Dead" getauft wurde, was die Feststellung der Tatsache ist, dass wir alle sterben werden.
Dass die Band am Beginn der 90er das Licht der Welt erblickte, erahnt man schon beim Vernehmen der ersten Töne des neuen Albums. Sofort
ballern dir tiefe und drückende Riffs um die Ohren, die Schießbude feuert aus allen Rohren und der Bass pumpt wie Sau. Dazu gibt es fiese,
tiefe Death-Vocals, welche sich auf dem schmalen Grad zwischen Growls und Grunts bewegen. Old School vom Feinsten, würde mein Schwager
jetzt sagen.
In etwas weniger als einer Dreiviertelstunde bekommt der geneigte Hörer eine brutale Vollbedienung aus 9 Songs und zwei Interluden. Die
Songs sind dabei alle zwischen knapp 4 und um die 5 Minuten lang, was man bei derart Death Metal auch nicht alle Tage serviert bekommt. Die
Variabilität in den Stücken kommt dabei nicht zu kurz, was dem Old School Grundtenor der Scheibe eine moderne Note beimischt. Die Band arbeitet
dabei sehr geschickt mit Tempo, Rhythmuswechsel und Breaks, aber auch so manche Death Metal-typische Dissonanz wohnt dem Ganzen inne. Wenn dann
auch noch ein prägnanter Groove, wie z. B. in "Seeds Of Desolation" oder "Skull Bunker" auftaucht, kann niemand mehr stillsitzen. Auch sehr
markant: das stakkato-mäßige Riffing in "Strangulation Culture". Die Interluden kommen mit Samples daher und erzeugen eine gewisse Atmosphäre,
die auch mal leicht spacige Züge annimmt. Dies lockert das ohnehin schon sehr variable Songwriting zusätzlich auf, beraubt das Album aber weder
seiner Brutalität noch seiner Dunkelheit. Nicht zuletzt die fette, saubere Produktion, welche aber nicht zu glatt daherkommt, sorgt für einen
mächtigen Sound.
Fazit:
Auch wenn Casket bereits seit 35 Jahren am Start sind und man ihnen anhört, aus welcher Zeit sie kommen, "In The Long Run We Are All Dead"
klingt alles andere als altbacken. Nein, das Album zelebriert Old School Death Metal, der weder neu erfunden wird, noch in Nostalgie verfällt,
aber Altbewährtes geschickt über Generationen hinweg weiterträgt.
Punkte: 8/10
Anspieltipp: Seeds Of Desolation, Skull Bunker, Strangulation Culture
01. The Will To Comply
02. Highest Thrones
03. Mirrors
04. Seeds Of Desolation
05. Hammer, Knife, Spade
06. Skull Bunker
07. Necrowaves
08. Mainstream Mutilation
09. Fundamental Rot
10. Strangulation Culture
11. Graveyard Stomper
Schorsch - Vocals, Guitars
Susi - Bass
Marinko - Drums
- Download Review in deutsch
- Bandcamp
Autor: Thomas







