Marianas Rest - The Bereaved
Band: Marianas Rest (Fin)
Genre: Melodic Doom / Death Metal
Label:
Noble Demon
Album Titel: The Bereaved
Spielzeit: 57:11
VÖ:
16.01.2026
2013 gegründet, haben sich die Finnen Marianas Rest dem melancholischen Death Metal verschrieben.
Auch wenn sie nicht zu den Bands gehören, die dir auf Nachfrage sofort in den Sinn kommen, so sind
sie doch zu einer prägenden Größe im Genre gewachsen. Schon das 2016er Debüt "Horror Vacui" hat für
Wirbel in der Szene gesorgt und teilweise großartige Kritiken erhalten. Mit den drei folgenden Werken
"Ruins" (2019), "Fata Morgana" (2021) und "Auer" (2023) wurden Themen wie Isolation, Verzweiflung und
Konflikt verarbeitet, welche auf emotionale Weise musikalisch umgesetzt wurden. Auch hier hielten sich
einige Kritiker nicht mit Lob zurück. Das neue Album "The Bereaved" (Der Hinterbliebene) setzt sich nun
mit dem Tod, dem Sterben und den Formen dessen auseinander, was uns in einer guten Stunde mit 10 Songs
nähergebracht wird. Auch wird die Frage aufgeworfen, eher Mitleid mit den Lebenden zu haben oder doch
mehr die Toten zu beneiden.
Der Opener "Thank You For The Dance" startet ruhig mit einer Art Trauerchor in einer Kapelle, wie bei
einer Beisetzung. Hier wird eine traurige Atmosphäre erzeugt, zu der sich dann ruhiger Gesang von Jaakko
gesellt, bevor Gitarren, Schlagzeug und Samples eine schwere, melancholische Stimmung aufbauen. Diese
wird von einer fast epischen Melodie getragen und mit emotionalen Death-Growls durchsetzt. Der doomige
Touch und Groove nehmen dich sofort mit und bleiben direkt im Hirn hängen. Ganz starker Einstieg ins Album.
"Rat in the Wall" beginnt dann eher locker und ruhig, mit flüsternden Vocals und rockiger Note, und wird
dann von emotionalen Growls und Klargesang abgelöst. Auch hier gibt es wieder eine eingängige Melodie,
ähnlich wie es auch To/Die/For auf ihrem "Epilogue"-Album hinbekommen haben. Dieses Wechselspiel von
sanften und harten Abschnitten in den Songs, zieht sich wie ein roter Faden durchs Album, ohne aber
in irgendeiner Weise in Wiederholungen zu verfallen oder gar berechenbar zu werden. Auch wenn es immer
wieder rockige Momente auf dem Album gibt, wie etwa "Diamonds In The Rough", wo wir eine rockige,
eingängige Melodie bekommen, welche mit Death Growls und cleanen Vocals versehen wird, behält das Ganze
dennoch einen dunklen Anstrich.
Nicht nur die Musik an sich, sondern auch die Vocals begegnen dem geneigten Hörer mit großer Emotionalität.
Egal ob flüsternde Schreie, Death Growls, dunkle oder helle, cleane Vocals – es berührt dich einfach und
zieht dich in den emotionalen Strudel des Themas der Platte. Neben den harten Death- und den dunklen Metal-Riffs,
sorgt auch immer wieder ein feiner Groove vom Schlagwerk für bleibende Eindrücke. Der immer präsente Bass,
sorgt zusätzlich für Tiefe und der leicht raue Touch der Produktion, lässt das Ganze absolut authentisch klingen.
Im kürzesten Stück, dem Instrumental "Tyhjä", wird kurz vor Schluss ein dunkler Schleier aus tiefen Samples über
dich ausgebreitet, was an manchen Stellen einen Hauch von Drone-Sound vermittelt. Der Albumabschluss "The Colour
Of You" lässt das Album dann genauso großartig enden, wie es begonnen hat. Hier greifen die Finnen noch mal ganz
tief in ihre Songwriting-Kiste und liefern eine Nummer aus zarter Zerbrechlichkeit einerseits und brachialer Härte
andererseits.
Fazit:
"The Bereaved" ist ein zutiefst emotionales und düsteres Werk, welches das Thema der Platte perfekt in Szene
setzt und niemanden unberührt zurücklässt. Das detailverliebte, abwechslungsreiche Songwriting macht aus den
Stücken nicht einfach Songs, sondern großartige Klanglandschaften, welche den Raum füllen. Dieses Album ist
ein Meisterwerk melodischen Doom- und Death-Metals, mit emotionaler Tiefe und Dunkelheit, welche voller
Melancholie gepackt ist und den Hörer von der ersten bis zur letzten Note fesselt.
Punkte: 10/10
Anspieltipp: alles
01. Thank You For The Dance
02. Rat In The Wall
03. Divided
04. Again Into The Night
05. Burden
06. Diamonds In The Rough
07. Pity The Living
08. Goodbyes And Good Intentions
09. Tyhjä
10. The Colour Of You
YJaakko Mäntymaa - Vocals
Nico Mänttäri - Guitars
Harri Sunila - Guitars
Niko Lindman - Bass
Nico Heininen - Drums
- Download Review in deutsch
Autor: Thomas







