Total Annihilation - Mountains Of Madness

Band: Total Annihilation (CH)
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Testimony Records
Album Titel: Mountains Of Madness
Spielzeit: 40:43
VÖ: 16.01.2026

Total Annihilation - Mountains Of Madness

Vor 20 Jahren in Basel mit dem Ziel gegründet, die härteste und lauteste Band der Stadt zu sein, haben sich die Schweizer Deaththrasher Total Annihilation zu einer festen Größe in der Szene entwickelt. Dies liegt nicht zuletzt an der nicht geringen Livepräsenz, denn mit "Mountains Of Madness" veröffentlicht man erst das vierte Langeisen (ohne Livealbum) innerhalb zweier Dekaden. Das letzte Album "...on Chains of Doom" (2020), das erste, das mit dem aktuellen Lineup eingespielt wurde (nur Daniel ist von der Gründungsformation noch am Start), konnte bei Kritikern großes Lob ernten, und so muss sich das neue Werk daran messen lassen. Thematisch ist "Mountains Of Madness" angelehnt an die Lovecraftsche Horrorgeschichte "Berge des Wahnsinns" und überträgt sich durch Total Annihilation in die heutige Zeit.
Zitat Infosheet: "Das Album ist durchdrungen von einer tiefen moralischen Abscheu und brennenden Wut gegenüber all dem Bösen und der rücksichtslosen Zerstörung, die die Menschheit sich selbst und allen anderen Lebensformen auf diesem Planeten und der Erde selbst zufügt. "Mountains of Madness" ist als Echo und kühnes Manifest über den Zustand der Welt sowie als künstlerisches Zeichen unserer Zeit konzipiert."

Die Scheibe startet dann auch kompromisslos und ohne Schnörkel. "The Art Of Torture" ballert sofort aus allen Rohren; rasende Drums, schreddernde Death- und Thrashriffs, ein pumpender Bass und dunkle, wütende Vocals bestimmen den Song. Soli lockern das Ganze auf und im hinteren Teil wird dann mit Tempo und Samples gespielt. Der Titel ist hier Programm. Der Titelgeber "Mountains Of Madness" bietet neben markanten Riffwechseln einen prägenden Groove, der dich direkt abholt, und auch diverse Dissonanzen wissen ihre Akzente zu setzen. Was die Schweizer hier und auch in anderen Passagen richtig gut hinbekommen, ist, einen gewissen Grad an Melodie in den Song zu packen, ohne dass es wirklich eine ist. Wie ich immer so schön zu sagen pflege: Sie erzeugen Melodie, ohne dass sie eine spielen.

"Chokehold" ist dann ein Stück, welches sich im oberen Midtempo bewegt und wie ein "Traber" daherkommt, welcher immer kurz davor ist, in den Galopp überzugehen, es aber nicht tut. In der Nummer entsteht eine Dynamik, die dich von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt, ja fast einschnürt. Nicht zuletzt die dunkle Bassnote sorgt dabei für ordentlich Druck. Auch "Choose The Day" verströmt diese Dynamik. Hier stampft der "Traber" etwas mehr, geht aber immer wieder auch in den Galopp und rast sogar teilweise. Man geht auch mal etwas weiter in thrashige Gefilde und Daniel auch mal in die höhere Scream-Abteilung. Ein Stück wie "Beneath The Cross" weiß mit einem feinen Zwischenpart nicht nur einen Akzent zu setzen, sondern hinterlässt hauptsächlich durch die Gitarre einen nachhallenden, bleibenden Eindruck. Genau wie das Klavier zu Beginn von "Invisible Conflagration". Und genau solche Momente sind es immer wieder, die diese berühmten Aha-Effekte erzeugen und den Unterschied zu Bands ausmachen, die einfach alles stumpf in den Boden rammen. Zum Ende klingt das Teil dann so aus, wie man sich das auch bei einer Verfilmung einer Horrorgeschichte nach H. P. Lovecraft vorstellen kann.

"Hate Remains" schließt das Album genauso kompromisslos, wie es begonnen hat. Hier stampft man "stakkato-mäßig" durch die Nummer, erzeugt einen doomigen Groove, und das kurze Solo lockert das Stück auf. Hier gibt es einen gewissen Grad an Monotonie, was aber absolut passend zur stampfenden Ausrichtung ist. Dass das Ganze durch eine druckvolle, fette und dunkle Produktion nahezu perfekt in Szene gesetzt wurde, garantiert dem geneigten Hörer ein exzellentes Hörerlebnis und den Analytikern unter euch die Möglichkeit, alle Details herauszuhören.

Fazit:
"Mountains Of Madness" hält den Erwartungen stand und übertrifft diese sogar. Komplexe Songstrukturen, das Wechselspiel des Riffing und des Schlagzeugs, sowie Breaks, Soli und diverse Samples sorgen für Dynamik in der Musik. Der immer präsente Bass sorgt dabei für Tiefe und betont die dunkle Note zusätzlich. Am Ende des Tages haben wir ein großartiges Death/Thrash-Album in dem Brutalität, Aggression und Wut stecken. Dieser Scheibe wohnt aber auch eine Melodik inne, die ihre Spuren hinterlässt, ohne auch nur im Ansatz die Härte zu untergraben oder gar in eingängige Mitsing-Momente zu verfallen.

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist

01. The Art Of Torture
02. Mountains Of Madness
03. Illusion
04. Chokehold
05. Choose The Day
06. Age Of Mental Suicide
07. Nyctophobia
08. Beneath The Cross
09. Invisible Conflagration
10. Lost Forever
11. Hate Remains

Lineup

Daniel Altwegg - Vocals
Nicolas Stelz - Guitars
Jürgen Schmid - Guitars
Niklaus Denger - Bass
Michael Lautenschläger - Drums

Informationen