Edenbridge - Set The Dark On Fire

Band: Edenbridge (A)
Genre: Symphonic Metal
Label: Steamhammer
Album Titel: Set The Dark On Fire
Spielzeit: 53:34
VÖ: 16.01.2026

Edenbridge - Set The Dark On Fire

Seit ihrem 2000er Debüt "Sunrise In Eden" sind die Österreicher Edenbridge (gegr. 1998) ein fester Bestandteil des female fronted Metal im symphonischen Bereich und haben dort mit bisher elf Studioalben immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie Größen wie Nightwish und Within Temptation in nichts nachstehen. Nicht zuletzt, dass die Gründer Arne Stockhammer aka Lanvall (Gitarre u. d. Instr.) und Sabine Edelsbacher (Gesang) seit Beginn die Geschicke der Band in Händen halten, zeichnet für den Erfolg über ein Vierteljahrhundert verantwortlich. Zurück beim Steamhammer-Label soll das zwölfte Album "Set The Dark Of Fire" nun die Erfolgsgeschichte fortführen und die Fangemeinde ab 16. Januar 2026 begeistern. Ich habe das zum Anlass genommen, mal wieder ein paar alte Platten zu "entstauben" und mir ein paar frühe Scheiben, unter anderem das Debüt, zum Vergleich heranzuziehen. Was soll ich sagen, Edenbridge sind stark wie eh und je, und außer dass die Stimmfarbe von Sabine einen Hauch dunkler geworden ist, hat sich auch in dieser Hinsicht nichts geändert.

"Set The Dark On Fire" bietet uns in fast 54 Minuten feinsten Symphonic Metal mit orchestralen Momenten. Mit neun Songs und der vierteiligen, 13 ½-minütigen Sinfonie "Spark Of The Everflame" wird alles aufgeboten, was die Band ausmacht. Harte Metalriffs geben sich mit großartigen Melodiebögen die Klinke in die Hand oder zelebrieren die ausgeklügelten Arrangements gemeinsam. Neben den klassischen E-Gitarren kommen auch auf Album Nummer 12 wieder Piano und Keys zum Tragen, aber auch "exotische" Instrumente, wie Dulcimer, elektrische Sitar, Bouzouki, Ukulele, Swarmandal, Mandoline, Monochord oder Tampura. Diese wurden alle ebenfalls von Lanvall eingespielt.

Das Album beginnt mit dem rockigen "The Ghostship Diaries". Hier kommt neben den symphonischen, orchestralen Arrangements, ein feiner Groove zum Tragen, der die Nummer schön nach vorn treibt. Eine schöne Melodielinie und das Solo sorgen dabei für einen bleibenden Eindruck und das Spiel mit dem Tempo, sorgt gegen Ende für eine doomige Note. Der Gesang von Sabine zeigt direkt, dass er in den vergangenen 25 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hat. Schon hier im Opener geht sie in die hohen und tiefen Tonlagen, als ob es nichts Einfacheres auf der Welt gibt. Das härtere "Cosmic Embrace" ist dann eine Spur metallischer und überzeugt zudem mit orchestralen, opulenten Momenten. Hier zeigt sich wunderbar, wie nah der Metal an der Klassik ist. Die nächste Nummer, "Where The Wild Things Are" versprüht dann einen beschwingten und vor allem zu Beginn einen mittelalterlichen Charme. Auch hier wissen eine schöne Melodie und Soli Akzente zu setzen.

Nach dem traurig-schönen Zwischenspiel "Tears Of The Prophets", folgt die epische Ballade "Our Place Among The Stars". Dieses Stück zieht den Hörer in seinen Bann, was nicht zuletzt auch an Sabines fabelhaftem Gesang liegt, welcher auch mal in "sirenenartige" Höhen vordringt. Das Solo im hinteren Teil der Nummer sorgt zudem noch für zusätzliche "Entenpelle".Der Titelgeber "Set The Dark On Fire" ist das aggressivste Stück auf der Scheibe. Die tiefgestimmte Gitarre, macht die Nummer dabei noch dunkler, als es der Bass ohnehin schon tut. Hier gibt es wieder einen schönen Groove, der regelrecht durch die Nummer galoppiert, und auch hier darf ein Ausritt in Sologefilde nicht fehlen. Die im Hintergrund "klimpernden" Keys, sorgen für einen "Farbklecks", ohne zu nerven, wie es bei so manchem Genrekollegen schon mal vorkommt.

Eine weitere Ballade des Albums ist "Bonded By The Light", welche zwar voluminös und wunderschön ist, aber eindeutig zu sehr nach Adels "Skyfall" klingt. Dennoch ein Highlight der Platte.Mit dem Zwischenstück "Divine Dawn Reveal" bekommen wir ein orientalisches Flair ins Album gezaubert, welches sich auch auf das folgende "Lighthouse" überträgt. Solche Ausflüge gab es auch auf den anderen Alben der Band, was zeigt, wie sehr sie ihren Trademarks treubleiben, diese verfeinern und doch immer wieder Neues verarbeiten.

Den Abschluss bildet dann die bereits erwähnte 13½-minütige Sinfonie "Spark Of The Everflame", welche in vier Sätzen daherkommt. Spätestens hier solltest Du Kopfhörer nutzen oder die Anlage so aufdrehen, dass die Nachbarn auf der anderen Straßenseite mithören. Denn nur dann erfährt man die ganze Größe dessen, was da über dich kommt. Hier zeigt sich, dass man die besten orchestralen Metalstücke direkt auch dafür komponiert und nicht erst im Nachhinein umarrangiert. Allein das opulente "Per Aspera Ad Astra" ist so mächtig, dass es dich fast erschlägt (im positiven Sinne). Schließ die Augen und du findest dich, um mal in Österreich zu bleiben, in der Wiener Staatsoper wieder. Großartig.

Dass dies alles so wunderbar funktioniert, ist nicht zuletzt der großartigen Produktion und dem Mix zu verdanken, was es dir ermöglicht, jedes Detail zu erkunden, selbst ohne Kopfhörer. Verantwortlich dafür ist hier der langjährige Wegbegleiter der Band, Mixing- und Mastering-Engineer Karl Groom.

Fazit:
Ich gehe nicht ganz mit, wenn ich im Infosheet lese, dass "Set The Dark On Fire", das bisher härteste Edenbridge-Album ist. Das energetischste und dynamischste aber auf jeden Fall. Großartige orchestrale Arrangements treffen auf druckvolles Riffing, ausladende Melodien und die fabelhafte Stimme von Sabine Edelsbacher. Das detailverliebte, ausgeklügelte Songwriting überlässt hier nichts dem Zufall und vermag es mit Abwechslung und Spannungsbögen, den Hörer von Anfang bis Ende zu fesseln. Dieses Album ist ein Meisterwerk symphonischer Metalkunst und legt schon zu Jahresbeginn die Messlatte verdammt hoch.

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist

01. The Ghostship Diariesy
02. Cosmic Embrace
03. Where The Wild Things Are
04. Tears Of The Prophets
05. Our Place Among The Stars
06. Set The Dark On Fire
07. Bonded By The Light
08. Divine Dawn Reveal
09. Lighthouse
10. Spark Of The Everflame - Let Time Begin
11. Spark Of The Everflame - The Winding Road To Evermore
12. Spark Of The Everflame - Per Aspera Ad Astra
13. Spark Of The Everflame - Where It Ends, Is Where It Starts

Lineup

Sabine Edelsbacher - Vocals
Lanvall - Guitars, Acoustic Guitars, Piano, Keys
Sven Sevens - Guitars
Steve Hall - Bass
Johannes Gral - Drums

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