Blutgott - Legions Of Metal
Band: Blutgott (D)
Genre: Hard Rock / Heavy / Death Metal
Label:
Eigenprodukion
Album Titel: Legions Of Metal
Spielzeit: 112:28
VÖ: 10.10.2025
Man sagt den Schwaben ja nach, dass ihre Sparsamkeit an Geiz
grenzt. Was den "Ober-Blutgott" Thomas Gurrath aka. Mr. Debauchery
angeht, kann man dieses Klischee wohl kaum bestätigen. Zumindest was
musikalischen Output betrifft, geizt der Stuttgarter definitiv
nicht. "Alle Jahre wieder" könnte man bei ihm genauso singen wie zu
Weihnachten. Und wenn im Oktober schon Weihnachten wäre, legte
Thomas wieder einmal gleich drei Silberlinge unter den Baum.
Das
Ganze nennt sich dieses Mal "Legions Of Metal" und serviert den Fans
ein Hauptalbum (erneut mit dem "Ripper" Tim Owens) und zwei weitere
Scheiben mit sechs Stücken des Albums und drei neuen, welche einmal
in der Blood God-Version und einmal in der Debauchery-Version zum
Besten gegeben werden.
Gleich der Opener des Hauptalbums
"Dragonslayer" hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Kurze,
schnelle Stakkato-Anschläge und Drumschläge starten das Stück,
welches dich direkt abholt. Das Tempo wird in der Nummer
entsprechend hochgehalten und mit flirrenden Gitarren und
stampfenden Drums werden eine gewisse Melodik und ein mächtiger
Groove erzeugt. Die etwas hintergründige, flirrende Gitarre, weiß
dabei immer einen feinen Akzent zu setzen. Thomas’ mal kehlig und
leicht gurgelnd und mal etwas heller daherkommenden Vocals stehen
dabei in einem exzellenten Kontrast zu den Screams vom "Ripper". In
der Mitte erfolgt ein Break und ein ruhiger Part lässt dich
durchatmen. Hier hört man Tim mit weicherer Stimme, bevor Thomas das
"Drachen-Gemetzel" mit einem grimmigen Schrei wieder einleitet.
Starker Einstieg ins Album.
Für "Nightking" hat man sich End
Of Green Fronter Michelle Darkness ins Boot geholt. Diese groovige
Nummer ist ein absoluter Selbstzünder, und wer bei "Dragonslayer"
wider Erwarten nicht abgeholt wurde, für den gibt es spätestens
jetzt kein Halten mehr. Hier gibt es einen mächtigen Groover,
welcher wie eine Mischung aus Dark- / Gothic-Rock und stampfendem
Heavy Metal daherkommt. Die erzeugte Melodik und das Wechselspiel
mit den Vocals, welche auch mal mehrstimmig daherkommen, machen die
Nummer zu einer der eingängigsten, die ich in letzter Zeit zu Ohren
bekommen habe. Dieses Stück fräst sich regelrecht in die
Hirnwindungen eines jeden, der eingängige Songs mag, welche aber
nicht klischeehaft "zernudelt" werden. Mir ist hier direkt der
Gedanke gekommen, wie das Stück wohl klingen würde, wenn es Peter
Steele (R.I.P.) und seine Mannen von Type O Negative eingespielt
hätten.
Die anderen Stücke des Albums werden dann mal als
Blood God-Version, mal als Debauchery-Version vorgetragen, fahren
alles auf, was man aus dem Hause Gurrath kennt, und sind auf ebenso
gewohnt hohem Niveau. Auch wenn sie nicht so schön im Schädel hängen
bleiben und mitreißen wie "Dragonslayer" und "Nightking", so
ergänzen sie die Scheibe doch sehr passend und setzen immer ihre
eigenen Akzente. Mal durch ein bestimmtes Riff ("Queen Of Pain"),
mal mit markanten Vocals ("Bloodcrazed Brutes") oder auch mal mit
einem prägenden Rhythmus oder feinem Solo ("Rock 'n' Roll
Monsters").
Den Albumabschluss bildet dann das Judas Priest-Cover
"Painkiller", welches ich als sehr gelungen empfinde. Eigentlich
müsste am Ende unter den Anspieltipps "alles" stehen, aber das würde
dann hauptsächlich gegenüber "Nightking" nicht gerecht sein, da
dieser definitiv das Highlight der Scheibe ist. Deshalb stehen da
heute "nur" meine Favoriten.
"Blood Rock" und "Blood Babe on
Overdrive", zwei Stücke der beiden "Version-Scheiben", klingen dann
wie AC/DC im Blutgottgewand. Auch dies sind solche Nummern, die es
vermögen, den Hörer mit ihrem groovigen Rhythmus abzuholen. Ersterer
"trabt" in etwas gemächlicher Art durchs Wohnzimmer, wohingegen der
andere eher im höheren Gang davonzieht, ohne aber in den Galopp zu
verfallen.
Das im Blutgott-Universum entstandene Album hat
wieder eine absolut passende, druckvolle Produktion bekommen,
welche, genau wie die Musik, unverkennbar die Handschrift Thomas’
trägt und die drei Scheiben genauso in Szene setzt, wie es sein
soll.
Fazit:
Das Blutgott-Universum beglückt seine
Fanschar ein weiteres Mal mit einem Dreierpack, auf welchem wieder
für jeden Fan was dabei ist. Death Metaller werden hier genauso
fündig wie Gothic- und Dark-Rocker, Hard Rocker oder auch der
klassische Heavy Metal-Fan. "Legions Of Metal" vermag es, den Hörer
abzuholen und auf eine Reise durchs Blutgott-Universum mitzunehmen,
in welchem es ihm nicht langweilig wird. Denn auch wenn es sich bei
der Mehrzahl der Titel auf den drei Scheiben, um dieselben Stücke
handelt, entwickeln sie durch die unterschiedlichen Versionen doch
immer ihre eigene Charakteristik.
Punkte: 9/10
Anspieltipp: Demonslayer, Nightking, Blood Babe on Overdrive
CD 1 Hauptalbum
01. Demonslayer (feat. Tim "Ripper" Owens)
02. Beasts Of Balgeroth (feat. Tim "Ripper" Owens)
03. Nightking
(feat. Michelle Darkness)
04. Beast Of War (Debauchery Version)
05. Animal Protector (Blood God Version)
06. Bloodcrazed Brutes
(Blood God Version)
07. Legions Of Metal (Debauchery Version)
08. Queen Of Pain (Debauchery Version)
09. Rock 'n' Roll Monsters
(Blood God Version)
10. Painkiller (Judas Priest Cover)
CD
2 Blood God Version / CD 3 Debauchery Version
01. Beasts Of
War
02. Animal Protector
03. Bloodcrazed Brutes
04. Blood Rock
05. Queen Of Pain
06.
Rock 'n' Roll Monsters
07. Legions Of Metal
08. Hounds Of Hell
09. Blood Babe On Overdrive
10. I’m On Fire
Mr. Debauchery - Vocals, Guitars, Bass
Tomasz - Drums
- Download Review in deutsch
- Homepage
Autor: Thomas







