Friendship Commanders - Bear
Band: Friendship Commanders (USA)
Genre: Doom Metal / Sludge / Grunge
Label: Magnetic Eye Records
Album Titel: Bear
Spielzeit: 40:27
VÖ: 10.10.2025
Wenn man einen Künstler oder in dem Fall eine Band bisher nicht
kennt und die Genrebezeichnung liest, die sich gleich in mehrere
aufteilt, dann ist man erst einmal skeptisch. Wenn man dann die
ersten Töne hört und sofort denkt "Bäm - passt", dann kannst du gar
nicht anders, als es dir komplett zu geben. Also nichts wie rein mit
der Scheibe, Kopfhörer aufgesetzt und los.
Friendship
Commanders nennt sich das Duo aus Nashville, Tennessee, und
veröffentlicht mit "Bear" bereits das vierte Album. Schon die ersten
Töne vom Opener "Keeping Score" lassen die Seattle-Einflüsse hören,
die hier so stark durchkommen, dass ich die beiden auch direkt dort
verortet hätte.
Dieses typische "Poltern" des Grunge und der
schlammige Sound des Sludge dringen an dein Ohr. Die rauen
Stoner-Gitarren und ein kratziger Bass lassen dir diesen Sound ein
ums andere Mal wie Schleifpapier über die Haut ziehen. Auf der
anderen Seite klingen dann die klaren Vocals von Buick frisch und
kühlen die vom Schleifpapier strapazierte Haut wieder runter, um die
nächste Runde des Schleifens zu starten. Vor allem im Albumabschluss
"Dead & Discarded Girls", wenn Buick im ruhigen Part zart singt,
lässt sich das Potenzial ihrer Stimme erahnen.
Im zweiten
Stück "Drain" kommt dann auch die doomige Note schön zur Geltung.
Die Riffs und vor allem das Schlagwerk erzeugen hier diesen
typischen Doom-Groove, ohne dabei zu schwer zu werden. Ein Stück wie
"Melt" kommt dann, trotz der hörbaren Stilelemente der benannten
Genres, relativ locker daher und klingt fast beschwingt. Ein Stück,
welches sich auch für einen Club-Remix eignen würde.
Auch
wenn sich immer wieder eine leichte Eintönigkeit einstellt, so ist
das Album doch sehr kurzweilig ausgefallen und verleitet zum
mehrmaligen Abspielen. Die zehn Stücke bilden ein stimmiges Gefüge
und sind trotz der erwähnten Eintönigkeit ziemlich variabel
gehalten. Dieses Gefühl von Eintönigkeit kommt neben dem Gesang
hauptsächlich dann durch, wenn die Grunge-Note deutlicher wird.
Für die Produktion zeichnen hier beide Protagonisten
verantwortlich und sie ist absolut genrepassend ausgefallen. Die
schlammige Sludge-Note kommt durch den rauen, Stoner-typischen Sound
noch besser zur Geltung und auch für die Doom-Momente ist genug
Tiefe vorhanden. Dass dabei die "poltrigen" Grunge-Drums nicht aus
dem Rahmen fallen, hat man ebenfalls super hinbekommen.
Fazit:
"Bear" ist ein solides Crossover- Album, das Stoner,
Sludge und Doom geschickt miteinander verbindet. Die Musik von
Friendship Commanders hat Wiedererkennungswert und vor allem die
Grunge-Note steht dem Ganzen ziemlich gut. Der Gesang ist für alle,
die das Duo bisher nicht kennen, etwas gewöhnungsbedürftig, da er
doch bisweilen etwas eintönig klingt. Es gibt aber genug Momente auf
dem Album, welche erkennen lassen, wie groß das Spektrum in Buicks
Stimme ist. Am Ende bleibt festzuhalten, dass hier Grunge-Freunde
ein Album vorfinden, welches die Seattle-Einflüsse der 90er in sich
trägt, aber auch eine moderne Note mitbringt. Die Doomer unter euch
sollten allerdings auch dem Grunge zugeneigt sein, um Gefallen an
dem Ganzen zu finden.
Punkte: 7,5/10
Anspieltipp:
Keeping Score, Melt, X
01. Keeping Score
02. Drain
03. Dripping Silver
04. Melt
05. New
06. X
07. Midheaven
08. Imperfect
09. Found
10. Dead & Discarded Girls
Buick Audra - Vocals, Guitars
Jerry Roe - Drums, Percussions,
Bass, Synths
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Autor: Thomas







