Ültra Raptör - Fossilized

Band: Ültra Raptör (CDN)
Genre: Heavy / Speed Metal
Label: Fighter Records
Album Titel: Fossilized
Spielzeit: 40:43
VÖ: 07.10.2025

Ültra Raptör - Fossilized

Ich war ein wenig erschrocken, als ich feststellte, dass das Debüt der kanadischen Speedmetal Truppe Ültra Raptör schon wieder vier Jahre her ist. Genauso schnell wie die Zeit, so ballert erneut auch der knackige Mix aus klassischem Heavy und Speed Metal aus den Boxen. Da ich den Vorgänger seinerzeit sehr gefeiert habe, war ich auf die neue Scheibe äußerst gespannt und kann freudig verkünden: Die Raptoren knüpfen nahezu nahtlos dort an, wo sie 2021 aufgehört haben.

Geändert hat sich nur eine Position im Lineup, so wurde mit Zoltan Haltalom aka. Zoltan Saurus, ein neuer Recke an der Rhythmusgitarre verpflichtet, der seinen Job hervorragend macht. Stilistisch bewegt sich das neue Material, genau wie schon auf dem Debüt, in einer Schnittmenge aus älteren Running Wild, Speed Metal Legenden der Marke Warhead und den belgischen Killer. Die Krone setzt dem Ganzen dann Phil T. Lungs markige Stimme auf, die klingt wie ein Hybrid aus Ironsword und Lonewolf. Gegner von Kastratengesang kommen also definitiv auf ihre Kosten.

So pendeln die Titel stets zwischen traditionellem Midtempo Heavy Metal klassischster Gangart und brachial schnellem Speedmetal, der kraftstrotzender kaum sein könnte. Heute früh erst hab’ ich mich fürs Frauchen rasiert, nach dem Hören sind schon die ersten Stoppel wieder nachgewachsen, so viel Testosteron sprüht mir hier entgegen.

Allerdings ist nicht alles aus purem Gold, was die prähistorischen Raub-Echsen hier schmieden. So lässt mancher Titel durchaus einen memorablen Refrain missen und ein 1 Minute und 10 Sekunden Instrumental-Filler wie "Le Voyageur d'Oort" fühlt sich an, als wolle man künstlich die Titelanzahl strecken, denn das Stück geht nicht mal als nahtlos überlaufendes Intro zum Finale durch.

Das Finale allerdings ist ein gelungener Höhepunkt. Zusammen mit dem mitreißenden "Livin' For The Riff", dem an Anvil erinnernden Stampfer "Bitter Leaf" und dem an beste Rock 'n' Rolf-Zeiten erinnernden "Pterö-Ranger" bietet "Face The Challenge" nicht nur den mit 5:11 Minuten längsten Song des Albums, sondern beschließt die Scheibe mit dem eingängigsten Midtempo-Ohrwurm des ganzen Werkes.

Fazit:
Ültra Raptörs Zweitwerk steht dem hervorragenden Debüt in nichts nach, toppt dieses aber auch nicht wirklich. Im Grunde bewegen sich beide Werke qualitativ auf Augenhöhe. Wer also den Erstling kennt und liebt, der kann bedenkenlos zugreifen. Einsteigern sei gesagt, dass ich die Band für eine an sich etwas herausstechend wirkende Truppe im Genre halte. Wenn man nun noch eine Schippe Eingängigkeit bei den mehrstimmigen Refrains drauflegt und somit die Hitdichte erhöht, könnte man von einem der besten Alben des Jahres sprechen. So ist es "nur" hervorragend gut.
Metalfans, die es schnell und ruppig, aber dennoch melodisch mögen: Kniet nieder vor den Ültra Raptors!

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Livin' For The Riff, Pterö-Ranger, Face The Challenge

Tracklist

01. Fossilized
02. Spinosaurus
03. Hard ’N Fast
04. Livin’ For The Riff
05. Bitter Leaf
06. X-Celerator
07. Pterö-Ranger
08. Down The Drain
09. Le Voyageur d'Oort
10. Face The Challenge

Lineup

Phil T. Lung - Vocals
Criss Raptör - Guitars
Zoltan Saurus - Guitars
Dick Van Heuß - Bass
Tony Bronco - Drums

Informationen