Außerwelt - Breath
Band: Außerwelt (D)
Genre: Post Black Metal
Label: Moment Of
Collapse Records
Album Titel: Breath
Spielzeit: 63:36
VÖ:
02.10.2025
Außerwelt aus Münster gibt es bereits seit 2011. Nach drei EPs in
den Jahren 2014, 2017 und 2022, folgt nun mit "Breath" endlich das
Langeisen-Debüt. Wenn man allerdings hört, was die Band in diese
über 63 Minuten lange Scheibe gepackt hat, merkt man schnell, dass
sich das Warten gelohnt hat.
Auch wenn man im Post Black Metal
verortet wird, so ist es weitaus mehr als das, was man zu hören
bekommt. Beginnt der Opener "Old Dreams Of The West" noch mit
postmetallischen Klängen und Black Metal Vocals, so kommen im
weiteren Verlauf schon die ersten seichten, ambienten Töne zum
Vorschein, welche eine melancholische Atmosphäre aufbauen. Diese
wird dann von brachialen Drums und aggressiven Vocals zerrissen,
welche aber auch mit einem gewissen Grad an Melodik angereichert
werden. Sehr schön die Leadgitarre, welche eine feine Melodie in die
Nummer zaubert und auch mit "flirrenden" Momenten Akzente setzt,
genau wie der cleane Gesang am Schluss. Nicht nur durch dieses Auf
und Ab in der Nummer, bekommt die Musik von Außerwelt einen hohen
Grad an Abwechslung.
Mit dem Titelsong "Breath" geht das Ganze in
die nächste Runde, hier gibt es dann auch noch progressive Momente
und etwas vertracktere Songstrukturen. Die Vocals gehen hier auch
teilweise in Richtung Death Metal und immer wieder weiß man mit
diesen melancholischen, sanften Ambient-Parts Ruhe in den Song zu
bringen, aber gleichzeitig einen Spannungsbogen aufzubauen, welcher
sich dann in brachialem Black Metal entlädt.
Eine Nummer wie
"Without Solace" kommt zu Beginn mit einer Gitarre daher, die den
Eindruck erweckt: Hier tüftelt gerade jemand eine Melodie aus. Auch
wenn diese sehr melodisch und auch flirrend daherkommt, baut dies
wiederum eine Spannung auf, welche sich, wie nicht anders zu
erwarten, in einem wilden Ausbruch entlädt. Allerdings bleibt hier
auch die flirrende Gitarre präsent, zumindest zu Beginn.
So
könnte man jetzt jeden Song auseinandernehmen, aber da sich dieses
Album dem Hörer von Durchlauf zu Durchlauf immer mehr erschließt,
kann man dem Ganzen gar nicht gerecht werden, auch wenn man noch so
viele Details preisgibt. Mal sind es die Gitarren, die mit
schreddernden Riffs aufwarten oder mit melodischen Linien
überzeugen, mal die zarten, melancholischen Klänge, die dich
fesseln, und dann wieder brachiale Ausbrüche mit aggressiven Vocals
und mächtigen Drumsalven, welche dich durchschütteln. Manchmal ist
es aber auch einfach ein gewisser Groove oder ein paar Dissonanzen,
die einen Aha-Effekt erzeugen. Das vierminütige Instrumental "Eyes
To The Sea" versetzt dich mit seinen ambienten Klängen und der zum
Ende auftauchenden flirrenden Gitarre sogar fast in Trance.
Das in Eigenregie aufgenommene Album kommt mit einer satten, aber
nicht zu fetten Produktion daher und weiß die zarten wie auch die
harten Töne wunderbar in Szene zu setzen. Der Mix lässt auch in den
etwas vertrackteren, progressiven Momenten, die einzelnen
Instrumente erkennen und es gibt kaum Momente, die sich hörbar
überlagern. Auch wenn die Stücke ein wenig vorhersehbar sind, tut es
dem starken Gesamteindruck keinen Abbruch.
Fazit:
Ob
"Breath" dem Post Black Metal wirklich mit einem frischen Windstoß
neuen Atem einhaucht, muss man abwarten. Auf jeden Fall ist es den
Münstranern gelungen, mit ausgeklügeltem Songwriting ein
hochinteressantes Album zu erschaffen. Es besitzt zwar viele
bekannte postmetallische Züge, ist durch die ambienten und
progressiven Elemente aber durchaus anders. Diese Mischung macht
"Breath" zugleich zu einem mächtigen, dunklen und melancholischen
Nackenbrecher, aber auch zu einem zarten, zerbrechlichen
Klanggefüge.
Punkte: 9/10
Anspieltipp: alles
01. Old Dreams Of The West
02. Breath
03. The Long Goodbye
04. Finite/Solitaire
05. Whiteout Solace
06. While The Ruins
Still Linger
07. Embers Touching Blackest Soil
08. Eyes To The
Sea
09. In The Night’s Coating, We Contemplate Hope
Manuel Klein - Vocals, Guitars
Meredith Schmiedeskamp -
Guitars
Steffen Wolter - Bass
Kris Lucas - Drums, Piano, Clean
Vocals
- Download Review in deutsch
- Bandcamp
Autor: Thomas







