Abigail Williams - A Void Within Existence
Band: Abigail Williams (USA)
Genre: Black Metal
Label: Agonia
Records
Album Titel: A Void Within Existence
Spielzeit: 45:46
VÖ: 18.07.25
Die amerikanischen Blackies Abigail Williams beehren die
Schwarzkittelgemeinde nun schon fast ein viertel Jahrhundert. Hatten
die Symphonic Black Metaller in ihrer Frühphase noch das eine oder
andere Metalcore Element im Repertoire, so hat man sich doch im
Laufe der Jahre deutlicher dem atmosphärischen Black Metal genähert.
Mit "A Void Within Existence" liegt nun Longplayer Nummer Fünf vor,
welcher genau ebendiesen Eindruck verdeutlicht.
Schon die
ersten Töne des Openers "Life, Disconnected" verströmen eine
bedrohliche Atmosphäre, welche sehr künstlich, ja, fast sphärisch
klingt. Die stark verzerrt klingenden Gitarren verstärken dieses
Gefühl noch, was auch den Eindruck des "überladen sein" vermittelt.
Die garstigen Vocals gehen ein wenig unter, dafür klingt das
Schlagzeug eher dominant und viel zu sehr getriggert. Verspielte
Soli lockern das Ganze zwar etwas auf, machen die Nummer deshalb
aber auch nicht besser.
Leider geht es in den folgenden Stücken
ähnlich vonstatten, was immer wieder den Gedanken aufkommen lässt,
dass hier weniger, eventuell mehr gewesen wäre. Selbst wenn man wie
in "Nonexistence" stark mit dem Tempo variiert und sehr getragene
Parts integriert, vermag man mit nichts, außer mit Kälte und
Intensität, den Hörer abzuholen, weil die eigentliche Musik zu sehr
im atmosphärischen "Überfluss" untergeht.
Ein Stück wie "Still
Nights" ist dann ein anschauliches Beispiel dafür, wie auch ein
wütender Black Metaller durch eben zu viel Atmosphäre zerstört
werden kann. Hier hätte man mit besserem Mix und Produktion ein
echtes Highlight auf dem Album haben können. Denn diese Nummer hat
im Prinzip alles, was einen starken Black Metaller ausmacht.
Messerscharfe, schreddernde Riffs, wütende, kehlige Vocals und eine
gnadenlose Schießbude, aber der Sound frisst einfach alles irgendwie
auf und nichts davon kann seine Wirkung entfalten.
Das letzte
Stück auf der Platte "No Less Than Death" kommt dann mit Klargesang
daher. Hier werden die harschen Vocals nur zwischen gestreut. Die
Nummer ist sehr getragen, besitzt aber dennoch die Kälte und
Atmosphäre der vorherigen Stücke. Auch hier zeigt sich leider das
Problem der Produktion. Alles scheint zu sehr der Atmosphäre und
Kälte untergeordnet, was sogar das schöne Solo seiner Wirkung
beraubt. Ich habe mir mal zum Vergleich ihr zweites Werk, das
2010er-Album "In The Absence Of Light" aus dem Regal geholt, was ja
auch schon 15 Jahre auf dem Buckel hat. Da klingt das alles deutlich
souveräner und mit so einer Produktion hätte man hier die Musik
deutlich besser zur Geltung bringen können.
Fazit:
Abigail
Williams lassen mich mit "A Void Within Existence" etwas ratlos
zurück. Einerseits überzeugt die Scheibe mit wirklich gutem
Songwriting, mit Kälte und Atmosphäre, welche die Musik des Albums
sehr intensiv macht. Andererseits geht das alles aber durch diese,
sagen wir mal, unglückliche Produktion vollkommen unter und die
Stücke können ihre ganze Wirkung nicht entfalten. Dieses Album ist
"weder Fisch noch Fleisch", wie man so schön sagt. Ähnlich wie bei
Metallica’s "St.Anger" werden sich hier die Geister scheiden, nicht
an den Songs an sich, sondern an der Produktion. Songwriting ist am
Ende des Tages halt nur so gut, wie es Produktion und Mix zulassen.
Und auch wenn man wollte, wenn alles in Atmosphäre versinkt, kann
man es auch nicht mehr experimentell nennen. Schade!
Punkte:
6/10
Anspieltipp: Still Nights
01. Life, Disconnected
02. Void Within
03. Nonexistence
04. Still Nights
05. Talk To Your Sleep
06. Embrace The Chasm
07. No Less Than Death
Ken Sorceron - Vocals, Guitars
Vance Valenzuela - Guitars
John Porada - Bass
Mike Heller - Drums
- Download Review in deutsch
Autor: Thomas







