Mega Colossus - Showdown

Band: Mega Colossus (USA)
Genre: Heavy Metal
Label: Cruz Del Sur Music
Album Titel: Showdown
Spielzeit: 37:47
VÖ: 26.01.2024

Mega Colossus - Showdown

Mega Colussus aus den USA gründeten sich im Jahr 2004 noch unter dem Namen Colossus. Als die Truppe erfuhr, dass es bereits eine Band dieses Namens gab, nannte man sich in Mega Colossus um. Unter diesem Namen hat die Band bereits jeweils drei EPs und Alben herausgebracht. Ende Januar 2024 kommt Album Nr. 4 auf den Markt. Das Quintett hat sich dem epischen Metal verschrieben, den es mit den Melodien und Hooklines von Rainbow versehen möchte. Da ich Rainbow seit Schulzeiten gerne höre, war ich sehr gespannt auf das Werk.

Mit "Fortune And Glory" fängt selbiges gut an. Die klaren Akkorde und losballernden Drums geben ordentlich Gas. Die zwei Gitarren sorgen sofort für einen sehr satten Sound. Über allem thront die kräftige, melodiöse Stimme des Bandgründers Sean Buchanan, die gut zu den Songs passt. Der Gesang wird häufig von den beiden Gitarristen Bill Fischer und Chris Millard verstärkt.

Die Gitarren feuern Riffsalven ab, Soli sind regelmäßig in die Songs eingestreut. Den teils brachialen Sound behält die Band das ganze Album über bei. Man freut sich auf ein schönes Metal-Feuerwerk zum Mitwippen oder Headbangen, je nach Haarlänge. Es könnte also alles in Ordnung sein. Aber eben nur eigentlich, denn es zeigt sich schon früh die große Schwäche des Albums: Häufige Tempo- und Taktwechsel zerstückeln die Titel nämlich regelmäßig.

So blendet bereits im Opener die Musik nach ca. 4:30 aus und es beginnt etwa ab 05:00 ein wie eine Powerballade klingender neuer Songteil. Beim ersten Hören dachte ich, es habe schon Track 2 begonnen, musste dann aber feststellen, dass die letzten knapp drei Minuten praktisch einen eigenen Song darstellen. Das passt einerseits gar nicht zu dem restlichen Titel und wäre andererseits ein interessanter Ansatz für einen eigenständigen Song gewesen.

Ein anderes Beispiel ist "Grab The Sun". Dieser Titel beginnt mit gemächlichen, etwas an Black Sabbath erinnernde Gitarren und switcht dann abrupt zu einem leicht thrashigen Song um. All dies erweckt den Eindruck, als habe die Band möglichst viele Ideen in die nur sechs Titel einbauen wollen. Dabei beweisen Mega Colossus, dass sie es besser können. Stücke wie der Titelsong "Showdown" zeigen, dass die Lieder etwas gestraffter wesentlich effektiver sind. Die vor allem gegen Ende klaren Gitarren und der ins Ohr gehende Refrain machen diesen Track zu einem der besseren auf dem Album.

Die Produktion hat die Gitarren und den Gesang deutlich betont und bei der Rhythmusfraktion vor allem die Drums etwas dumpf klingend in den Hintergrund gemischt. Unter dem Strich geht das aber in Ordnung.

Fazit:
Meine Erwartung wurde nicht erfüllt. "Showdown" erweckt den Eindruck, als habe sich die Band nicht zwischen Stilrichtungen entscheiden können. Will man mit Prog-Elementen angereicherten klassischen Metal spielen oder eher melodiösen? Die Frage beantworten Mega Colossus nicht. Mit der Musik von Rainbow lässt sich das neue Werk jedenfalls weitgehend nicht vergleichen. Am ehesten trifft noch die Beschreibung als eine Mischung aus epischem Metal und Progressive Metal zu, die aber nicht aufgeht. Dazu sind die Songs einfach zu gestreckt und zerstückelt. Ich kann keine Empfehlung aussprechen.

Punkte: 5/10

Anspieltipp: Keinen

Tracklist

01. Fortune And Glory
02. Outrun Infinity
03. Grab The Sun
04. Showdown
05. Warden Of The Wicked Road
06. Take To The Skies

Lineup

Sean Buchanan - Vocals
Bill Fischer - Guitars, Vocals
Chris Millard - Guitars, Vocals
Anthony Micale - Bass
Doza Mendoza - Drums

Informationen