Thundermother - Black And Gold

Band: Thundermother (S)
Genre: Hard Rock
Label: AFM Records
Album Titel: Black And Gold
Spielzeit: 42:48
VÖ: 19.08.2022

Thundermother - Black And Gold

Alter Schwede... alter Schwedin? (sorry, der musste raus). Da haben wir es also nun, das Folgealbum des starken Vorgängers "Heat Wave" von 2020, dessen Albumtitel zur aktuellen Wetterlage zwar besser passt als "Black and Gold", aber man kann nicht alles haben. Die Schwedinnen rocken uns direkt mit ihrem stampfenden Opener "The Light In The Sky" eine Hymne ins Hirn, die es locker mit der aktuellen Female-Fronted Rockhymne von Dorothy namens "Black Sheep" aufnehmen kann.

Der folgende Titeltrack mit massivem Talkbox-Einsatz an der Gitarre reißt dann die Partylaune voll auf den Höhepunkt. Generell wird hier mit massivem Einsatz von mitgröltauglichen "Ohohoh"-Chorälen nicht gekleckert, sondern massiv übers gesamte Album geklotzt. Wer da nicht mitgeht, hat wohl das Prädikat "Spaßbremse" für immer auf den untrainierten Nacken gebrannt verdient. Das inzwischen fünfte Werk der vier Rock Ladies ist zudem absolut sauber und druckvoll produziert und muss sich beileibe vor keinem anderen Top-Act des Genres verstecken. Auch auf musikalischer Ebene wurde ich voll abgeholt, von den melodischen Hard Rock-Riffs bis zu den spielfreudigen Soli spürt man einfach, wie die vier Mädels hier mit Leidenschaft voll abgehen.

Mit Nummern wie der beschwingten und leicht bluesigen Powerballade "Hot Mess", in der Frontröhre Guernica Mancini besonders kraftvoll zur Geltung kommt, oder dem abschließenden, emotionalen und akustisch balladesken "Borrowed Time" gibt es dann auch ein paar Verschnaufpausen. Knackige Stücke wie der klassische Thundermother-Rocker "Wasted" oder der tolle Headbanger "Watch Out" präsentieren hingegen klassischen Thundermother-Stoff für den geneigten Fan, der hier von nichts geringerem als der Vollbedienung sprechen dürfte.

Mich persönlich holte dann noch "I Don't Know You" ganz besonders ab, denn selten zuvor schienen die klaren AC/DC-Einflüsse bei Thundermother so prägnant durch wie hier. Stünde Brian Johnson am Mikro, es würde eine grandiose neue Single der Australier abgeben.

Fazit:
Seit dem Wechsel am Mikro zu Guernica Mancini waren Thundermother noch nie so stark wie hier. Das neue Album der donnernden Mütter macht zu jeder Sekunde maximalen Spaß, wenn man ohrwurmlastigen, mitsingbaren, partytauglichen und riffbetonten Hard Rock einer All-Girl Truppe mag. Wer also zu den aktuellen heißen Tagen einen ebenso heißen Soundtrack für ausufernde Autofahrten sucht, sollte sich dieses heiße Eisen nicht entgehen lassen. Für mich das Beste, was die Damenwelt aktuell im Rock zu bieten hat.

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist

01. The Light In The Sky
02. Black And Gold
03. Raise Your Hands
04. Hot Mess
05. Wasted
06. Watch Out
07. I Don’t Know You
08. All Looks No Hooks
09. Loud And Free
10. Try With Love
11. Stratosphere
12. Borrowed Time

Lineup

Guernica Mancini - Vocals
Filippa Nässil - Guitars
Mona Lindgren - Bass
Emlee Johansson - Drums

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