Deraps - Deraps

Band: Deraps (CDN)
Genre: Rock 'n' Roll
Label: Metalville
Album Titel: Deraps
Spielzeit: 40:19
VÖ: 17.06.2022

Deraps - Deraps

Das mit Gitarre, Bass und Schlagzeug klassisch besetzte Trio Deraps bringt am 17.06. sein gleichnamiges Debüt unter die Leute. Benannt hat sich die Truppe nach dem kanadischen Sänger und Gitarristen Jacob Deraps, zu dem sich der ebenfalls aus Kanada stammende Bassist William Lachance gesellt. Drummer Josh Gallagher stammt dagegen aus Australien. Das Trio ist also sozusagen international besetzt.

Als großen Einfluss gibt die Band Van Halen an und so geht es mit dem kurzen, aufblendenden Gitarrenintro "Invasion" los, das übergeht in "Sex, Drugs And Rock 'n' Roll". Beide hätten dann tatsächlich auf das erste Album von Van Halen gepasst. Gitarren und Drums erinnern sehr an deren Frühphase. Gitarrist und Lead-Sänger Jacob Deraps ist mit einem leicht rauen Organ gesegnet und schafft auch spielend hohe Tonlagen. Ab und zu klingt er wie der frühe Axl Rose und veredelt die Songs immer mal mit hohen Schreien. Die Stimme passt gut zum trocken rockenden Sound der Band. Keyboards sind nämlich keine zu Hören. Das Trio konzentriert sich ganz auf den jeweiligen Song. Gitarrensoli sind nicht oft zu hören.

Viele der Songs haben eine Punk-Attitüde, was sich auch in so dezenten Titeln wie "Fuck Off" äußert. Das wirkt teils so, als wollten Deraps der Welt entgegenschreien "Ihr könnt uns mal, wir machen unser eigenes Ding!". Und das ist beileibe kein Schlechtes. Das Debüt rockt nämlich ziemlich gut los. Manchmal vergisst man, dass auf dem Album nur ein Trio spielt, so dicht ist der Sound der Truppe. Hier wird handgemachter Rock serviert.

Angesichts der Vorbilder bleibt nicht aus, dass einem das eine oder andere bekannt vorkommt. So erinnert etwa "Live Fast Die Slow" etwas an "Summertime Blues". "Veins Of My Heart" ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man einen Song in mehrere Abschnitte unterteilt, ohne den Titel abrupt zu unterbrechen. Das ist für mich klar das beste Stück auf dem Album. Das kurze Instrumentalstück "Elizabeth" fungiert als Bindeglied zwischen den beiden Hälften des Albums.

Der zweite Teil des Werks gefällt mir etwas besser. Hier wird zwar das Tempo leicht rausgenommen, aber die Songs sind etwas abwechslungsreicher. Schön leicht groovend kommen etwa das bereits dem Titel nach naheliegende "Make Ya Groove" und das fast rein akustische "On My Mind" daher. Effekte setzen Deraps selten ein. "My Side Of Town" zum Beispiel beginnt mit Verkehrsgeräuschen. Es lohnt sich auch, auf die Details zu achten. So lacht Jacob Deraps im Rhythmus der Gitarre bei "Live Fast Die Slow".

Die anderen beiden Jungs in der Truppe singen ab und zu im Refrain mit. Die Produktion hätte ich mir etwas klarer gewünscht, aber man kann die Instrumente gut voneinander unterscheiden. Gesang und Musik sind gut aufeinander abgestimmt und beides ist weder zu laut oder zu leise geraten.

Fazit:
Mit ihrem Debüt haben Deraps ein gelungenes Album vorgelegt, das vor allem denjenigen gefallen wird, die schnörkellosen, nicht durch Keyboards verwässerten Rock mögen. Klar, die Vorbilder klingen durch, aber das geht in Ordnung. Ich nenne sowas gerne Hommage. Manchmal wird der Refrain zu oft wiederholt, so dass einzelne Titel leicht gestreckt wirken, die nicht alle gleich gut zünden. "Wild To The Woman" z.B. finde ich nicht so zwingend. Aber unter dem Strich zählt das Gesamtwerk, das nicht zu verachten ist. Deraps Debüt zeigt, dass auch in der heutigen Musikszene Platz für handgemachten Rock ist. Ich hoffe, dass wir von dem Trio noch viel hören werden.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: Veins Of My Heart, On My Mind

Tracklist

01. Invasion
02. Sex, Drugs & Rock 'N' Roll
03. My Side Of Town
04. Live Fast Die Slow
05. Veins Of My Heart
06. Elizabeth
07. Make Ya Groove
08. Wild To The Woman
09. On My Mind
10. Fuck Off
11. Ballroom Blitz (The Sweet Cover)

Lineup

Jacob Deraps - Vocals, Guitars
William Lachance - Bass
Josh Gallagher - Drums

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