Jord - Måne

Band: Jord (S)
Genre: Atmospheric Post Black Metal
Label: Northern Silence Productions
Album Titel: Måne
Spielzeit: 49:47
VÖ: 22.04.2022

Jord - Måne

Jord ist der Name des Soloprojektes von Jörgen Ström, welches im vergangenen Jahr sein Debüt "Sol" veröffentlicht hat. Gerade mal ein Jahr später steht der Schwede mit der neuen Scheibe " Måne" (zu deutsch: Mond) in den Startlöchern.

Noch bevor der erste Ton aus den Lautsprechern klingen soll, gilt es einen Blick auf das wunderschöne Artwork von Northern Art zu werfen, welches schon rein optisch die Messlatte sehr hoch legt. Auch die ersten Klänge vermitteln eine ruhige, melancholische Atmosphäre, die auch durchaus dem Thema der Scheibe gerecht werden.

Ström hat nach eigener Aussage seit den 90ern alles von Pop bis Black Metal gemacht, was sich auch in der Musik seines Soloprojekts deutlich widerspiegelt. Er schafft es zwar, die angestrebte Atmosphäre zu kreieren, allerdings paart er diese mit sehr vorhersehbaren, fast schon poppigen Akkordfolgen. Trotz aller Vorhersehbarkeit fehlt dem Ganzen die Eingängigkeit und damit auch jeglicher Wiedererkennungswert.

Die gesamte Spieldauer durch glänzt Ström durch seinen vielseitigen Gesang. Mal tief growlend, mal keifend und dann wieder melancholisch clean (egal ob als Lead-Gesang oder als Backing Vocals). Vor allem in "Kontraktet" kommt dies sehr deutlich zum Ausdruck. Dieser Titel fällt außerdem durch die harten Kontraste von ruhigen Passagen und prügelnd schleppenden, fast schon refrainartigen Parts auf. Spätestens beim darauffolgenden "uD" müssen wir jedoch leider einen der größten Kritikpunkte der Scheibe ansprechen. Ström schreibt groovige, schwarzmetallische, kalte Gitarrenparts, keift durch die Gegend, wie man es vom klassischen, skandinavischen Black Metal gewohnt ist, umspielt dies alles jedoch mit einem so laschen, poppigen Gitarrensound, dass man dies einfach nicht ernst nehmen kann. Zwar kann man dieses Wechselspiel von cleanen Gitarren und verzerrten Klampfen als Post-Black-Metal-Stilelement abtun, jedoch würden die verzerrten Gitarren mit deutlich mehr Distortion und viel mehr Kälte um einiges authentischer klingen.

Alles in allem plätschert "Måne" eine Dreiviertelstunde lang vor sich hin, man bekommt bei "Fran hamn mot land" oder "Mot Roncevalles" sogar noch Blastbeats zu hören, aber alles in allem gibt es keine großen Ausbrüche nach oben oder unten. Der Gitarrensound passt einfach nicht zur Musik und die Kompositionen kratzen durch ihre konstante Vorhersehbarkeit oftmals an der Grenze zum Langweiligen.

Fazit:
"Måne" ist ein Album, was keineswegs als schlecht abgestempelt werden sollte. Dennoch bietet es weder Höhepunkte, noch Überraschungen und dazu kommt die Tatsache, dass die mühevoll kreierte Atmosphäre durch den poppigen Gitarrensound nur schwerlich aufrechterhalten werden kann. Alles in Allem liefert Jord mit "Måne" ein außerordentlich mittelmäßiges Album ab.

Punkte: 5,5/10

Anspieltipp: Kontraktet, Fran hamn mot land

Tracklist

01. Vögvisaren Vet
02. Trollsk Kvinna
03. Kontraktet
04. uD
05. Fran Hamn Mot Land
06. Kom Sanning
07. Mot Roncevalles
08. Hösten

Lineup

Jörgen Ström – All Instruments, Vocals

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