Khthoniik Cerviiks - Æequiizoiikum

Genre: Black / Death Metal
Label: Iron Bonehead Poductions
Album Titel: Æequiizoiikum
Spielzeit: 41:00
VÖ: 17.07.2020

Khthoniik Cerviiks - Æequiizoiikum

Nachdem sich ihre Bands Zuul und Ignis Uranium 2013 auflösten, stellten Okkhulus Siirs und Khraâl Vri*ïl kurzerhand eine eigene Band auf die Beine. Komplettiert wird das Trio von Drummer Gharmonboziia, welcher aber erst 2020 hinzustieß.
Musikalisch brachte Khraâl den Black- und Okkhulus den Death Metal mit ins soeben bestiegene Boot. Gut werden jetzt einige sagen, ist ja nichts was es nicht schon gibt, was sicher nicht ganz unrichtig ist.
Doch ganz so einfach ist das Ganze dann doch nicht, was uns "Æequiizoiikum", das zweite Album der Nordrhein-Westfalen Khthoniik Cerviiks eindrucksvoll beweist.

Gleich vorweg muss ich sagen, um die Qualitäten der Scheibe zu erkennen muss man sich Zeit nehmen und die Musik bewusst auf sich wirken lassen. Wer "Chaos" dafür nicht als geeignet erachtet, der braucht nicht weiterlesen. Der wird zu diesem Album wahrscheinlich auch kein Zugang finden.
So verwirrend wie die Namen von Band, Musiker und Album erscheinen, so verwirrend ist auch die Musik. Zumindest oberflächlich betrachtet.

Eingeleitet wird das Album mit "KC Exhalement 4.0 (Welcome to HAL)", einer 2 ½ Minütigen Aneinanderreihung von Samples, welche einen spacigen Endzeitstimmungs-Touch haben und dir das Gefühl vermitteln, es seien gerade irgendwelche Ufos gelandet und eine andere Spezies wird den Planeten erobern.
"Odyssey 3000" zeigt dann, das von mir bereits erwähnte "Chaos", auf welches man sich einlassen muss. Ganz markant und in den Songs immer wieder zu finden sind diese flirrenden Gitarren, welche auf der einen Seite einen planlosen Eindruck hinterlassen, auf der anderen Seite aber eine Art Melodie unter bzw. über das Ganze legen. Die Riff- und Schredder-Salven kommen meist in rasantem Tempo und werden nur ab und an mal gedrosselt. Das Schlagwerk steht dem in nichts nach und verfehlt seine Wirkung ebenfalls nicht. Der Bass ist hörbar und sorgt auch für eine dunkle und fette Note, lässt sich in diesem musikalischen Geflecht aber meist nicht präzise orten.

Der Titelsong "Æequiizoiikum (Mothraiik Rites)" zeigt dieses wirre Geflecht der Musik schön auf. Hier und im folgendem "Δt (Recite The Kriitiikal Mæss)", beides auch die längsten Stücker der Scheibe, kommen die Fähigkeiten der Protagonisten am besten zur Geltung. Es wird mit Tempowechseln und Breaks gearbeitet, man lässt auch schon mal dem Bass etwas mehr Raum und hat sogar einen Hauch von tragender Melodie zu bieten. Anderseits werden die Gitarren auch mal malträtiert, als gäbe es keine Morgen. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass entweder gleich sämtliche Saiten reißen oder die Gitarren einfach auseinander brechen.

Die Vocals sorgen zusätzlich für eine bedrohliche Note und kommen als eine Art Black 'n' Death Growls daher. Gefällig ist das manchmal auftauchenden Black Metal Krächzen im Hintergrund.
Zum Abschluss der Scheibe gibt es dann mit "KC Inhalement 4.0 (Nothing Niihil Non)" wieder eine Aneinanderreihung von elektronischen Samples, über die eine Computer-stimme immer wieder die Worte Nothing Niihil Non spricht.

Fazit:
Wer sich auf "Æequiizoiikum" einlässt und das vermeintliche Chaos auf sich wirken lässt, wird schnell erkennen, dass sich unter diesem wirren musikalischen Geflecht fein ausgearbeitete Stücke befinden. Diese werden mit viel Liebe zum Detail und hoch-technisch dargeboten. Hier wird nicht einfach drauf los gedroschen. Auch wenn das dem einen oder anderen so erscheinen mag, das Einzige was die Truppe mit den "Bolzern" gemein haben ist die Geschwindigkeit.
Um nochmal auf die Aussage von oben zurückzukommen, dass die Namen von Band, Album und Musikern genauso verwirrend sind wie die Musik. Nein das hier ist nicht verwirrend, sondern speziell; und das ist gut so.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: Æequiizoiikum (Mothraiik Rites), Δt (Recite The Kriitiikal Mæss)

Tracklist

01. KC Exhalement 4.0 (Welcome to HAL)
02. Odyssey 3000
03. Æequiizoiikum (Mothraiik Rites)
04. Δt (Recite The Kriitiikal Mæss)
05. Para-Dog-Son - Demagorgon
06. Kollektiing Koffiin Naiils (Délire des Négations Sequence 1.0)
07. Bloodless Epiiphany (Délire des Négations Sequence 2.0)
08. KC Inhalement 4.0 (Nothiing-Niihiil-Non)

Lineup

Okkhulus Siirs - Vocals, Bass
Khraâl Vri*ïl - Guitars, add. Vocals
Gharmonboziia - Drums

Informationen