Cor Scorpii - Ruin

Band: Cor Scorpii (N)
Genre: Melodic Black Metal
Label: Dark Essence Records
Album Titel: Ruin
Spielzeit: 53:57
VÖ: 15.06.2018

Cor Scorpii - Ruin

Wieder einmal habe ich mit Cor Scorpii eine Band vorliegen, von der ich (leider) zuvor noch nie etwas gehört habe. Seit vierzehn Jahren ist das Sextett aus Norwegen nun schon unterwegs und gibt feinsten Melodischen Black Metal mit verschiedensten Einflüssen zum Besten. Allerdings haben sich die Jungs seit ihrer letzten und bislang einzigen Scheibe ganze zehn Jahre Zeit gelassen, bis sie ihrer Hörerschaft ihr neuestes Werk "Ruins" servieren.

Und so viel möchte ich schon mal vorweg nehmen: Das Warten hat sich mehr als gelohnt! Stilistisch bewegen sich Cor Scorpii im Melodic Black Metal Bereich, dem sie gekonnt mittelalterliche Folk-Elemente, epische Chorgesänge, ausgezeichnet arrangierte Orchesterpassagen und -einwürfe sowie emotional gespielte, düstere Melodien, die teilweise klingen, als ob sie von einem barocken Komponisten eingebracht wurden, beifügen. Außerdem schaffen die Norweger eine ganz eigene Atmosphäre, indem sie neben dem Einsatz eines Akkordeons und einer Mandoline auch beispielsweise im vielschichtigen "Skuggenvandrar" gefühlvoll gespielte Klavierpassagen einbauen.

In ebendiesem Track mündet der besagte Klavierpart übrigens in einem mystischen Basssolo, welches über ein gefühlvolles Gitarrensolo dann in einem epischen Orchesterriff zum Höhepunkt kommt - nur um einmal einen kleinen Einblick in die Vielschichtigkeit der Songstrukturen von Cor Scorpii anzudeuten. Über dieser Wand an Klang und Atmosphäre thront durchweg Thomas S. Øvstedal, der eindrucksvoll demonstriert, was mit der menschlichen Stimme alles machbar ist - von tiefen Growls über keifende Screams bis hin zum mitreißenden Cleangesang - der Mann beherrscht sie alle.

Es ist unmöglich, hier auf einzelne Songs näher einzugehen; jeder Song ist in sich ein Meisterwerk und fügt sich dennoch perfekt ins Gesamtgefüge ein. Auch der Sound ist nahezu perfekt: obwohl eine solche Vielzahl an (auch teilweise genreuntypischen) Instrumenten, Programmings, Orchesterspuren, Gesangsspuren und so weiter vertreten sind, ist jedes Instrument zu jeder Zeit absolut klar zu hören und absolut homogen abgemischt.

Fazit:
Cor Scorpii haben mit "Ruins" ein Album geschaffen, das vor allem Freunde von Bands wie Finsterforst, Moonsorrow oder auch Wintersun auf jeden Fall begeistern wird. Ein Album, welches in meinen Augen absolut perfekt ist - wenn ich könnte, würde ich hierfür sogar mehr als nur 10 Punkte geben!

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist

01. Svart Blod (Hovmod Star For Fall)
02. Hjarteorm
03. Skuggevandrar
04. Fotefar
05. Helveteskap
06. Ri di Mare
07. Ærelaus
08. Siste Dans

Lineup

Thomas S. Øvstedal - Vocals
Erlend Nybø - Guitars
Rune Sjøthun - Guitars, Mandolin, Programming
Inge Jonny Lomheim - Bass, Accordion, Programming
Gaute Refsnes - Keys
Ole M. Nordsve - Drums

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