Gutter Instinct - Heirs Of Sisyphus

Band: Gutter Instinct (S)
Genre: Death / Black Metal
Label: Pulverised Records
Album Titel: Heirs of Sisyphus
Spielzeit: 46:04
VÖ: 08.06.2018

Gutter Instinct - Heirs Of Sisyphus

2012 gegründet, hatten sich Gutter Instinct zuerst dem reinen Death Metal verschrieben und diesen auf dem Erstlingswerk "Age of the Fanatics" auch zur Schau gestellt. Dieses gefiel mir auch ganz gut. Inzwischen sind zwei weitere Jahre ins Land gegangen und ein neues Album mit dem Titel "Heirs of Sisyphus" erblickt das Licht der Welt.

Inzwischen hat man wohl auch den Black Metal für sich entdeckt - so behauptet das jedenfalls die Band - denn auf dem zweiten Longplayer soll es auch Spurenelemente davon zu hören geben.

Wie es der Zufall will, kenne ich mich mit Black Metal ganz gut aus; wie er klingt, welche Charakteristiken er so mit sich bringt und welche zahlreichen Facetten er aufweisen kann. Aber beim vorliegenden Album kann ich quasi so gut wie keinen Black Metal ausmachen. Ich will nicht sagen, dass der Black Metal fehlt, denn das, was außer dem vorherrschenden Death Metal noch im Soundbrei umherschwimmt, ist nicht wirklich zu definieren. Von daher kann ich da keine präzisen Angaben machen.

Der Sound generell ist sehr dumpf (ähnlich wie auf dem Vorgänger, nur schlimmer) und für mich einer der größten Schwachpunkte des Albums. Einer, den man auch mit Augenzwinkern und gutem Willen nicht ignorieren kann, denn dadurch klingt "Heirs of Sisyphus", als wenn sich die Musiker entschieden hätten, aus Spaß mal ein Wochenende in ein Tonstudio zu gehen und ein bisschen Mukke zu jammen. Nicht cool.

Die Vocals sind sehr einfarbig und guttural und somit unverständlich, die Gitarren schrubbeln sich durch die Lieder, machen dies aber mit einer gewissen Virtuosität (die wiederum nicht konstant an den Tag gelegt wird). Auf dem Siegertreppchen der Instrumente finden wir den Bass auf Platz 2, denn die Songs brummen alle richtig schön, als wären es Bären im Winterschlaf. Auf dem ersten Platz befindet sich das Schlagzeug, welches sich (auch teils dumpf) sehr forciert durch die Lieder knüppelt und dabei sehr variantenreich und sich mehr dem Tempo anpassend als bestimmend unterordnet, aber dennoch deutlich zu vernehmen und genießen ist.

Von Stück zu Stück wird das Album musikqualitativ besser, ohne aber "den" Übersong zu präsentieren. Stattdessen bleibt es - wie bereits geschrieben - breiig, aber eben etwas besser zum Schluss hin. Daher verwundert es nicht, dass die Anspieltipps alle aus dem letzten Viertel des Werkes stammen. Es gibt zwar auch schwache Nummern, wie das nervige "Shock Doctrine", aber derlei Ausfälle muss man nicht viele verkraften. Insgesamt ändert es aber nichts an dem Eindruck, dass die Musik in groben Zügen teils belanglos erscheint - wie das mit Jamsessions eben so ist.

Fazit: Da wäre mehr drin gewesen. Die Produktion hat den Hörgenuss nachhaltig beschädigt mit einem viel zu dumpfen Mix, die Vocals sind zwar schön guttural, eine wenigstens leicht verständliche Vortragsweise hätte dem Album aber gut getan. Insgesamt bleibt daher nur der Eindruck: die Musiker wollen, die Produzenten können nicht. Herausgekommen ist ein Wischiwaschi-Album, was weder richtig schlecht, noch richtig gut ist.

Punkte: 5/10

Anspieltipp: The luminous Darkness, Heirs of Sisyphus

Tracklist

01. Satan within
02. Zenon
03. The Abyss speaks
04. Shock Doctrine
05. Uncreation
06. Tip oft he Spear
07. The luminous Darkness
08. Heirs of Sisyphus

Lineup

Simon Fridlund - Vocals
Oscar Persson - Guitars
Hannes Hellman - Guitars
Simon Isaksson - Bass
Ola Håkansson - Drums

Informationen