PANZERBALLETT: "White Christmas" mal gaaaaanz anders + Video!


Wie schön wäre Weihnachten, ohne Weihnachten. Was wie eine Utopie kultureller Romantik scheinen mag, haben die deutschen Chef-Avantgardisten von PANZERBALLETT für die konzeptionelle Ausrichtung ihres neuen Langspielers "X-Mas Death Jazz" genutzt.

Zu lange schon verkümmert das Fest der Liebe zwischen nett gemeinten "frohe Weihnachten" und Geschenken, die man besser gleich wieder verschwinden lässt! Doch PANZERBALLETT bieten nun eine Lösung für dieses Dilemma an. "Verkrasste" Weihnachtslieder, ganz ohne dreckigen Schnee, verstopfte Innenstädte und grässlichen Glühwein.

Auf ihrem neuen Album "X-Mas Death Jazz" bedienen sich PANZERBALLETT diesmal allseits bekannten Weihnachtsliedguts aus dem In- und Ausland, darunter "White Christmas", "Leise Rieselt der Schnee" oder "Last Christmas", um im Vergleich zum Original jenseits der grundlegenden Tonfolgen keinen, aber auch gar keinen!

Stein auf dem anderen zu lassen. Wie schon in der Vergangenheit wenden die Süddeutschen das selbst perfektionierte Konzept der "Verkrassung" an und schaffen so Jazz-Metal-Monster, in denen technische Wucht auf warme Luftigkeit trifft. Das virtuose Spiel von Jan Zehrfeld (Gitarre), Joe Doblhofer (Gitarre), Alexander von Hagke (Saxophon), Heiko Jung (Bass) und Sebastian Lanser (Schlagzeug) tut das Seine dazu, um eine Platte entstehen zu lassen, die nicht nur etwas zu sagen hat, sondern dabei auch unwahrscheinlich viel Spaß macht.

"X-Mas Death Jazz" lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Hurra, entweihnachtetes Weihnachten! Ist das nun gleich inhaltliche Kritik an der schamlosen Weihnachtsmaschinerie einer Konsumgesellschaft, deren Brechstangen-Merry-Christmas-Zwang unser aller Leben bis zu jenem Punkt beherrscht, wo sie den Einzelnen in den Wahnsinn treiben kann? Nun, zumindest scheint Panzerballett für Mastermind Jan Zehrfeld der Weg, Aggression zu kanalisieren und auch diesmal liefert die Band ein überaus unterhaltsames Zeugnis vom Prozess der Übersetzung des Ärgers in Kunst ab.

Dank des Zusammenkommens von gesellschaftlichem Bewusstsein und künstlerischer Qualität entsteht hier aus vormaligen Produkten des Kitsches ein überaus relevantes Werk, welches gerade durch den Entzug jeglicher Weihnachtsästhetik zum sarkastisch-wütenden Kommentar wird. Ein fürstliches Schlachtschüsselessen für jeden Freund der anspruchsvollen Unterhaltung!
In der Szene sind Panzerballett längst schon kein Geheimtipp mehr, so verwundert es auch nicht, dass man für X-Mas Death Jazz mit Mattias IA Eklundh (Freak Kitchen, Steve Vai), Mike Keneally (Frank Zappa, Joe Satriani), Jen Majura (Evanescence) oder Steffen Kummerer (Obscura) eine Fülle von funkelnden Namen als Gastmusiker gewinnen konnte.

Auf den zwölf Songs von "X-Mas Death Jazz" lächelt PANZERBALLETT den Hörer freundlich an, um ihn danach mit auf einen vermeintlichen Höllenritt durch das nehmen, was kurz zuvor noch die "stille Zeit" war. Es besteht kein Zweifel: noch nie hat sich jemand so aufregend, rasant und doch unendlich charmant Luft gemacht. In diesem Sinne, Merry Christmas! In den Handel kommt "X-Mas Death Jazz" am 24. November via Gentle Art Of Music/Soulfood.

Tracklist:

01. White Christmas (voc)
02. Kling, Glöckchen
03. Little Drummer Boy
04. Es kommt bald (voc)
05. Last Christmas
06. Rudolph, The Red-Nosed Reindeer (voc)
07. For Whom The Jingle Bells Toll
08. Let It Snow (voc)

Bonus:

09. White Christmas (inst)
10. Rudolph, The Red-Nosed Reindeer (inst)
11. Es kommt bald (inst)
12. Let It Snow (inst)

Quelle: stormbringer.at

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